Ausbildung
Acht Wirkungsbereiche für Jungen, die in Autos vernarrt sind, und für Mädchen, die sich was zutrauen. Kraftfahrzeugbetriebe und Autohäuser bilden in vier technischen und vier kaufmännischen Berufen aus.
Kfz-Mechatroniker/in
Der Beruf
Kraftfahrzeuge mit neuen Techniken und umfangreich vernetzten mechanisch- elektronischen Fahrzeugsystemen verlangen bei der täglichen Werkstattarbeit keine Trennung mehr zwischen Kfz-Mechanik und Kfz-Elektrik.
Diagnosearbeiten, Systemanalyse, mobile Kommunikation und Telematik stehen im Vordergrund. Fast alle Funktionen der verbundenen Komponenten werden elektronisch kontrolliert und eventuelle Fehler mit Computern über Diagnoseschnittstellen ausgelesen. Aufgrund der kontinuierlich fortlaufenden technischen Weiterentwicklung der Kraftfahrzeuge und deren Systeme sowie den im Reparatur- und Servicemarkt neu benötigten beruflichen Qualifikationen, ist der neue Ausbildungsberuf Kfz-Mechatroniker/-in entstanden.
Wie sieht die Ausbildungsstruktur aus?
Grundausbildung 1 Jahr
Fachbildung 2,5 Jahre
Die Ausbildung erfolgt nach vier Schwerpunkten:
- Personenkraftwagen-Technik
- Nutzfahrzeug-Technik
- Motorrad-Technik
- Fahrzeugkommunikations-Technik
Was ist neu bei der Zwischen- und Gesellenprüfung?
Die Bewertung der Zwischenprüfung fließt mit in das Ergebnis der Gesellenprüfung ein (»Gestreckte Gesellenprüfung«).
Mechaniker/in für Karosserieinstandhaltungstechnik
Der Beruf
Kraftfahrzeugkarosserien sind heute das Ergebnis einer ingenieurwissenschaftlich begründeten Konstruktionsarbeit. Neue Werkstoffe, unterschiedliche Materialkombinationen und damit verbundene neue Reparaturtechniken zwingen zum Umdenken in der Ausbildung.
Im Mittelpunkt des neuen eigenständigen Ausbildungsberufes steht die Karosseriereparatur in Verbindung mit der Anwendung neuer Verbindungstechniken, der Einsatz unterschiedlicher Fügeverfahren sowie computergestützte Mess- und Rückformtechnik. Auch müssen Karosseriebauteile aus hochfestem Stahl, Aluminium, Magnesium und Kunststoff be- und verarbeitet sowie Teile ungleichmäßiger Blechdicken und Materialien instand gesetzt werden.
Voraussetzungen
Gefallen an handwerklichen Tätigkeiten, gutes physikalisch-technisches Verständnis, Realschul- oder sehr guter Hauptschulabschluss.
Ausbildungsschwerpunkt
Karosserien reparieren und vermessen, Schäden an Karosserien beurteilen, Störungen und Mängel feststellen, Oberflächen schützen und lackieren, Kraftfahrzeuge mit Zubehör und Zusatzeinrichtungen aus- und umrüsten, Kraftfahrzeuge und deren Systeme in Betrieb nehmen, Kraftfahrzeuge nach rechtlichen Vorschriften untersuchen, Arbeitsabläufe planen und kontrollieren, Arbeitsergebnisse bewerten, Qualität sichern.
Ausbildungdauer
3 1/2 Jahre
Grundausbildung: 1 Jahr, Fachausbildung: 2 1/2 Jahre
Was ist neu bei der Zwischen- und Gesellenprüfung?
Die Bewertung der Zwischenprüfung fließt mit in das Ergebnis der Gesellenprüfung ein ("Gestreckte Gesellenprüfung")
Fahrzeuglackierer/in
Der Beruf
Eine Bandbreite von ca. 25.000 exakt aufeinander abgestimmten Lackrezepturen und Farbtönen, serienmäßige Uni- oder Metallic-Lacke, individuelle Sonderfarbtöne sowie Effektlacke kennzeichnen die Vielfalt der Autofarben. Die Weiterentwicklung der Reparaturlacke, die von Hand bei einer Reparaturlackierung auf die Karosserieteile wie z.B. Hauben oder Türen etc. aufzutragen sind, erfolgt permanent und unterliegt einer ständigen Kontrolle hinsichtlich der Umweltverträglichkeit.
Aufgrund der großen Anzahl verschiedener Lackiermaterialien, unterschiedlicher Lackiertechniken einschließlich der Anwendung moderner Mess- und Farbmischgeräte sowie Lackpflege zum Werterhalt von Kraftfahrzeugen und die Anforderungen hinsichtlich Lackaufbau und Oberflächenanmutung der Fahrzeuglackierung, war die Etablierung des eigenständigen Ausbildungsberufes Fahrzeuglackierer/in erforderlich.
Voraussetzungen
Sicheres Farbgefühl, physikalisch-technisches Verständnis, Realschul- oder guter Hauptschulabschluss.
Ausbildungsschwerpunkt
Untergründe prüfen und bewerten, Farben mischen, Oberflächen beschichten, behandeln und gestalten, Beschriftungen, Design- und Effektlackierungen herstellen, Karosseriereparaturen ausführen, Fahrzeugbauteile zerlegen und zusammensetzen, Fahrzeugelektrik prüfen, Arbeitsabläufe planen und kontrollieren, Arbeitsergebnisse bewerten, Qualität sichern.
Ausbildungsdauer
3 Jahre
Zweiradmechaniker/in
Der Beruf
Die Beliebtheit von Fahr- und Motorrädern hat in den letzten Jahren immer mehr an Bedeutung gewonnen.
Attraktive Angebote unterschiedlicher Art mit individuellen Konstruktionslösungen von hoher Qualität und Komfort insbesondere die Anwendung innovativer neuer Techniken, Werkstoffen, Materialien einschließlich Veränderungen im Service- und Reparaturverhalten der Kunden, hat eine grundlegende Überarbeitung der Ausbildung des/der Zweiradmechaniker/-in verlangt.
Kundenspezifisch zusammengebaute Fahrräder mit Vollfederung oder aufwendig ausgestattete Motorräder mit ABS und Katalysatoren verlangen Fingerspitzengefühl bei der Bearbeitung der Materialvielfalt sowie der Instandhaltung der mechanischen und elektrisch-elektronischen Systemen.
Voraussetzungen
Hauptschulabschluss, Realschulabschluss oder Abitur. Interesse an moderner Technik und Spaß am Umgang mit Menschen.
Ausbildungsschwerpunkt
Messen und Prüfen an Systemen, Warten, Prüfen und Einstellen von Fahrzeugen und Systemen sowie von Betriebseinrichtungen, Montieren, Demontieren und Instandsetzen von Bauteilen, Baugruppen und Systemen, Fügen, Trennen und Umformen, Instandhalten von Fahrwerken, Instandhalten von elektrischen Systemen.
Für das dritte und vierte Ausbildungsjahr kann zwischen den Fachrichtungen Fahrradtechnik oder Motorradtechnik gewählt werden.
In der Fachrichtung Fahrradtechnik z.B.:
Herstellen und Instandsetzen von Systemen und Anlagen der Fahrradtechnik, von Fahrzeugrahmen und deren Gruppen, Ausrüsten und Umrüsten von Fahrzeugen mit Zubehör und Zusatzeinrichtungen.
In der Fachrichtung Motorradtechnik z.B.:
Warten und Prüfen von Motoren, Instandhalten von Verbrennungsmotoren, Bauteilen, Baugruppen und Systemen der Kraftübertragung, von elektrischen und elektronischen Systemen und Management-Systemen.
Ausbildungsdauer
3 1/2 Jahre
Grundausbildung 1 Jahr, Fachausbildung 2 1/2 Jahre
Die Ausbildung erfolgt nach zwei Fachrichtungen:
Vor Ausbildungsbeginn ist eine Fachrichtung zu Wählen und im Ausbildungsvertrag zu vereinbaren.
- Fahrrad-Technik
- Motorrad-Technik
Automobilkaufmann/-frau
Der Beruf
Automobilkaufmann / Automobilkauffrau ist ganz konkret auf die kaufmännischen Anforderungen des Kfz-Gewerbes ausgerichtet. Automobilkaufleute sind in erster Linie in Autohäusern, aber auch bei Automobilherstellern und Importeuren sowie in deren Niederlassungen tätig.
Sie befassen sich mit Disposition, Beschaffung, Vertrieb, Verkauf von Teilen und Zubehör sowie mit vielfältigen Serviceleistungen. Sie analysieren den Markt, verwenden die gewonnenen Informationen für Marketingentscheidungen und bieten Dienstleistungen rund um das Automobil an. Dazu gehören auch Angebot und Vermittlung von Versicherungs-, Garantie- und Finanzierungsverträgen.
Bei Bedarf arbeiten Automobilkaufleute den geprüften Automobil-Serviceberatern und geprüften Automobilverkäufern zu (siehe Rubrik »Weiterbildung«).
Voraussetzungen
Interesse an moderner Technik, Daten- und Informationsverarbeitung, Aufgeschlossenheit, guter Realschulabschluss oder Abitur.
Ausbildungsschwerpunkte
Betriebsorganisation, Personalwirtschaft, Sicherheit am Arbeitsplatz, bürowirtschaftliche Abläufe und Datenschutz, Buchhaltung, Kostenrechnung und Kalkulation, Planung, Beschaffung und Marketing, Finanzierung, Versicherung und Zusatzgarantie, technische Gewährleistung, Teile und Zubehör und Kundendienst, Fuhrparkmanagement und Fahrzeugvermietung.
Ausbildungsdauer
3 Jahre
Groß- und Einzelhandelskaufmann/-frau
Berufsvoraussetzungen
Kontakt- und Teamfähigkeit, gute mathematische Kenntnisse, kaufmännisches Denkvermögen, Organisationsgeschick, Flexibilität, Realschul- oder guter Hauptschulabschluss.
Ausbildungsschwerpunkte
Grundlagen der Warenwirtschaft, betriebliche Organisation und Kenntnisse über Güterlagerung, Warenannahme bzw. Wareneingang, Retourenabteilung, Buchhaltung, Beschaffungsplanung, Einkauf, Marketing, Preiskalkulation und Personalwirtschaft.
Ausbildungsdauer
3 Jahre
Bürokaufmann/-frau
Der Beruf
Der innerbetriebliche Ablauf eines Kfz-Betriebes muss reibungslos funktionieren.
Dazu gehört unter anderem umfangreiches Fachwissen in Buchführung, Rechnungs- und Auftragsbearbeitung, aber auch in Finanzierung und Versicherung von Fahrzeugen. Der Einsatz moderner Informations- und Kommunikationssysteme der Kfz-Branche unterstützt die schnelle Bearbeitung von Aufträgen und Daten. Alles in allem sind Bürokaufleute die »Controller« im Betrieb.
Voraussetzungen
Organisationstalent, Interesse an modernen Datenverarbeitungs- und Kommunikationssystemen, Realschul- oder guter Hauptschulabschluss.
Ausbildungsschwerpunkte
Personalverwaltung und Kundendienst, Bürowirtschaft und Statistik, Informationsverarbeitung, betriebliches Rechnungswesen, Büroorganisation, Auftragsabwicklung, Lagerbearbeitung.
Ausbildungsdauer
3 Jahre
Fachkraft für Lagerlogistik
Berufsvoraussetzungen
Kontakt- und Teamfähigkeit, gute mathematische Kenntnisse, logisches Denkvermögen, Geschicklichkeit im Umgang mit Maschinen, handwerkliches und technisches Geschick.
Ausbildungsschwerpunkte
Kennenlernen von Lagertechniken, Aufbau des Betriebes und der Organisation, erste Einsätze von Arbeitsmitteln und Kommissionieren von Gütern, Lager- und Transportorganisation, Gefahrgutlagerung.
Entwicklungsmöglichkeiten
Meister/in für Lagerlogistik, Techniker/in für Betriebswissenschaft.
Ausbildungsdauer
3 Jahre
3BK-Berufskolleg – Kfz-Techniker/in im dualen Berufskolleg
Für Leute, die ein wenig mehr leisten wollen:
Aufbauend auf einem mittleren Bildungsabschluss (Realschulzeugnis, Fachhochschulreife oder gleichwertiger Abschluss) und einem Ausbildungsvertrag mit einer betrieblichen Werkstätte als Kfz-Mechatroniker/in, vermittelt das 3-jährige gewerblich-technische Berufskolleg die Perspektive, eine attraktive Ausbildung auf hohem Niveau zu absolvieren.
Ausbildungsinhalte
Hautnaher Theorie-Praxis-Bezug (duales Ausbildungssystem), Ausbildung in 3 Jahren (statt 3 1/2 Jahre) an jeweils zwei Tagen in der Schule und drei Tagen im Ausbildungsbetrieb – die 1-jährige Berufsfachschule entfällt dadurch, deshalb gibt es bereits ab dem 1. Lehrjahr die volle Ausbildungsvergütung. Bei späterem Besuch einer Technikerschule wird das 1. Ausbildungsjahr angerechnet, bei bestandener Zusatzprüfung ist ein Übergang auf eine Fachhochschule möglich. In den Kollegklassen besteht ein hohes Ausbildungsniveau, Ausbildungsinhalte werden an den Bedürfnissen der Auszubildenden orientiert und modernste Zusatzangebote erhöhen die Chancen am Arbeitsmarkt.
Zukuntsorientierte Berufsperspektiven
Durch vertiefende Lehr- und Lerninhalte und modernste Lehrpläne (die über den Stand einer Gesellenprüfung weit hinausführen) erfüllt ein 3-jähriges gewerblich-technisches Berufkolleg, die immer komplexer werdenden Ansprüche der Kraftfahrzeugbranche in Deutschland.
Damit sind ideale Voraussetzungen: geschaffen für zukunftsorientierte Berufsperspektiven junger Menschen.
Niveau macht Schule
In Zusammenarbeit mit der Kfz-Innung Region Stuttgart wurde – als erste Schule in ganz Deutschland – an der Wilhelm-Maybach-Schule in Stuttgart-Bad-Cannstatt 1997 das dreijährige Berufskolleg für Realschüler und Abiturienten eingeführt. Ein Jahr darauf folgte die Gottlieb-Daimler-Schule in Sindelfingen, seit dem Schuljahr
2009/2010 hat auch die Gewerbliche Schule Backnag das dreijährige Berufskolleg im Angebot. Die Region Stuttgart ist damit zum führenden Ausbildungsplatz in ganz Deutschland geworden. Denn wo Hightech gefragt ist, braucht man hochqualifiziertes Personal. Im Kfz-Gewerbe hat der Computer längst den Schraubenschlüssel abgelöst.
Kontaktadressen
Wilhelm-Maybach-Schule
Gnesener Straße 44
70374 Stuttgart-Bad Cannstatt
Telefon (07 11) 216 896-00
Telefax (07 11) 216 896-10
Gottlieb-Daimler-Schule
Neckarstraße 22
71065 Sindelfingen
Telefon (07031) 6108-0
Telefax (07031) 6108-250
Gewerbliche Schule Backnang
Heininger Weg 43
71522 Backnang
Telefon (07191) 896-600
Telefax (07191) 896-605

