Übergewicht bei Fahrer oder Auto treibt den Spritverbrauch hoch. Wer jetzt abspeckt, spart Sprit
Der Tipp für alle, die Sprit sparen wollen: abspecken. Denn jedes Kilo zählt beim Spritverbrauch, die Gesamtmasse des Fahrzeuges samt Insassen muss ja beschleunigt und auch wieder abgebremst werden: „Schlanker fährt natürlich billiger“, schmunzelt Bernhard Schäufele, Pressesprecher der Kraftfahrzeuginnung Region Stuttgart, auf die Frage nach dem Fahrergewicht. Seine Rechnung: „Fährt nur die Hälfte der über 1,4 Millionen Pkw-Besitzerinnen und -Besitzer in Stuttgart und der Region mit einem Kilo Übergewicht, dann sind das schon 700 Tonnen Masse für deren Bewegung zusätzlich Sprit gebraucht wird. Das entspricht vom Sprit-verbrauch her beispielweise 700 VW Polos oder vergleichbaren Modellen.“
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Gewicht sparen ist aber nicht nur bei Fahrer oder Fahrerin möglich
„Raus aus dem Auto, was dort nicht gebraucht wird“, heißt der Rat des Fachmanns. Übergewicht bekämpfen, Ballast abwerfen, Auto ausräumen. Und zwar gründlich: „Skistiefel, Jacken, Sportausrüstung – kann alles raus“. Meist ist es Bequemlichkeit, die für überflüssige Pfunde sorgt. Bernd Schäufele spricht aus Erfahrung, „denn wir sehen in der Werkstatt ja, was noch so in den Autos liegt, wenn die Wagen zum Check oder zur Inspektion gebracht wer¬den.“ Das Sparpotenzial, schätzt der Experte, "liegt bei manchen Autos bei zwei bis drei Litern auf hundert Kilometern, aber auch wenn’s nur einer ist, ist es einer zu viel".
Aber Gewicht ist nicht der einzige Faktor, der den Spritverbrauch in die Höhe treiben kann: Nervöser Gasfuß an der Ampel, zu schnelles Anfahren, zu langsames Hochschalten, alles kostet: „Moderne Motoren sollten im Durchschnitt bei 2.000 bis 3.000 Umdrehungen pro Minute gefahren werden. Der vierte Gang bei 50 Stundenkilometern ist also überhaupt kein Problem.“
Zu niedriger Reifendruck schlägt sich auch im Verbrauch nieder, ebenso all die kleinen Annehmlichkeiten des Autofahreralltags: Klimaanlage, Sitzheizung, Scheibenheizung – denn den Strom produziert am Ende der Motor. Trotzdem wär’s „falsch verstandene Spritsparwut, jetzt einfach alles abzuschalten oder beispielsweise auf die Klimaanlage zu verzichten, sagt Bernhard Schäufele, „die ist ein Sicherheitszubehör, weil sie im Winter vor beschlagenen Scheiben schützt“. Auch in der Dämmerung ohne Licht zu fahren, spart zwar Sprit, ist aber gefährlich.
Wer es sich leisten kann, kann auch umsteigen: „Neue Autos sind bei gleicher Ausstattung in der Regel verbrauchsärmer als ältere Modelle“, sagt Bernhard Schäufele: „Die Motoren werden konstant verbessert.“ Wer sein Auto liebt, sollte ihm regelmäßige Werkstatt-Checks gönnen: „Optimale Motoreinstellung garantiert optimalen Verbrauch.“ Kein Kraut ist allerdings gegen das Kaltstartproblem gewachsen: „In der Kaltstartphase verbraucht ein Mittelklassewagen bis zu 40 Liter pro 100 Kilometer“. Nur ein paar Meter weit zu fahren, ist also richtig teuer: „Wenn’s geht, laufen“, sagt Bernhard Schäufele. Womit sich der Kreis schließt, wer sich bewegt, nimmt zumindest nicht zu und hält damit auch seinen Spritverbrauch konstant.
Spritsparen mit einem Mausklick
Wie viel Sprit das eigene Auto verbraucht, wissen fast alle Autofahrer. Wie viel davon durch cleveres Fahren eingespart werden kann, zeigt jetzt der interaktive Spritspar-Check der Initiative "Ich & mein Auto". Mit wenigen Klicks wird das individuelle Spritsparpotenzial ermittelt.
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So einfach gehts
Einfach den eigenen Wagentyp auswählen und ein paar Fragen rund um Fahrverhalten und Nutzung des Autos beantworten. In einer persönlichen Auswertung erfährt der Autofahrer anschaulich, wie er die Spritkosten und den Kohlendioxid-Ausstoß verringern kann.
Den Spritspar-Check finden Autofahrer unter www.ichundmeinauto.info
Kraftfahrzeug-Innung ist mit Umweltprämie zufrieden
Statt 1.150 Euro im Versteigerungsportal für den Opel Astra Intercooler lieber 2.500 Euro aus der Staatskasse
„Einen Schub für bessere Luft und für die Arbeitsplatzsicherung verspricht sich die Kraftfahrzeug-Innung Region Stuttgart von der Umweltprämie.
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Ganz besonders im Visier dabei
Um die 6.000 Diesel aus den Baujahren 1997 und älter, die nach den Daten des Kraftfahrtbundesamtes allein noch in der Stadt Stuttgart stehen oder fahren. Bei denen sind die 2.500 Euro ein echtes Angebot. Obermeister Klaus-Dieter Schaal hofft jetzt, dass wenigstens ein Teil dieser alten und meist auch „leider nicht mehr nachrüstbaren“ Diesel-Pkw aus dem Verkehr verschwindet. Zusätzlich erhofft sich die Innung die Sicherung von allein 4.500 Arbeitsplätzen im Kraftfahrzeuggewerbe in der Stadt Stuttgart. In der Region hängen rund 20.000 Arbeitsplätze in den Betrieben von einer guten Autokonjunktur ab.
1.150 Euro hätte der Stuttgarter Besitzer eines Opel Astra Caravan TD intercooler gerne auf Autoscout 24.de noch für das Auto aus dem Jahr 1993 mit 290.000 Kilometern auf dem Buckel:“ Immer in einer Meisterwerkstatt gepflegt. Holzlenkrad der erste Start geht etwas schwer. Man muss halt etwas länger orgeln, danach keine Probleme“, steht im Angebot zu lesen. Wenn’s tatsächlich eine Privatanzeige ist, dann ist der Mann ab sofort in seiner Meisterwerkstatt besser aufgehoben, wenn die auch Autos verkauft, denn da bekommt er aus der Staatskasse mehr als das Doppelte, wenn er die alte Kiste durch ein neues Auto ersetzt.
Umwelt und Gesundheit täte das gut: Alte Diesel sind Partikelschleudern und genau diese hatte die Innung im Auge als sie im Oktober 2008 eine Verschrottungsprämie forderte. Denn Stuttgart hat zwar inzwischen einen Anteil von über 40 Prozent Dieseln mit Partikelfiltern und ist damit landesweit führend, aber es gibt auch noch die Altfahrzeuge. Zu den rund 6.000 Dieseln aus den Jahren 1997 und älter kommen nochmals rund 17.000 Diesel aus den Jahrgängen 1998 bis 2002, von denen etwa die Hälfte unter die Regelung fallen dürfte. Allerdings gibt’s bei denen das Problem, dass es da häufig auch die 2.500 Euro noch auf dem freien Markt gibt.
Deswegen hatte die Innung ursprünglich auch 3.000 Euro Prämie vorgeschlagen, da die Händler ja die Preise kennen. Zu den alten Dieseln in der Umweltzone Stuttgart kommen außerdem noch rund 67.000 Benziner, die 1997 und früher gebaut wurden. Diese Fahrzeuge sind keine Partikelschleudern tragen also nicht zur Belastung mit krebsauslösenden Russpartikeln bei.
Bei den alten Benzinern (aus den Baujahren 1998 bis 2000 dürften nochmals rund 35.000 Prämienberechtigte dazu kommen) ist der CO2-Ausstoß das Argument fürs Auswechseln, denn ihr Treibstoffverbrauch liegt höher als bei neuen Modellen. Ein Liter Mehrverbrauch entspricht dabei rund 2,4 Kilogramm CO2-Ausstoß bei einem Benziner (bei einem Diesel sind es 2,7 Kilogramm) pro 100 Kilometer Fahrstrecke. Bei 10.000 Kilometer Fahrleistung entspricht das also 240 bis 270 Kilogramm. Zum Vergleich: Das Ziel von Fassadendämmprogrammen ist es beispielsweise jährlich mindestens 40 Kilogramm des Treibhausgases Kohlendioxid (CO2) pro Quadratmeter Wohnfläche einzusparen. Bei 120 Quadratmeter Wohnfläche also 4.800 Kilogramm. Das gleiche Ziel ist jetzt auch mit einem Autotausch zu erreichen: 20 alte Autos durch neue ersetzt, die einen Liter Benzin oder Diesel weniger verbrauchen, bringt die gleiche CO2-Entlastung.
Bei der Zahl der alten Fahrzeuge allein in Stuttgart, wird auch deutlich, wo die Tücke des Windhundverfahrens liegt, das der Staat jetzt angestoßen hat, und bei dem gilt, dass der zuerst Geld bekommt, der zuerst im Autohaus ist, weil bei 600.000 Autos Schluss ist: Würden alle Stuttgarter das Angebot nutzen, wäre schon ein Sechstel des Geldes weg. Würde die ganze Region das Angebot konsquent nutzen, bliebe für den Rest der Republik gar nichts mehr übrig.