Kfz-Gewerbe: Umsatzausfall an Stuttgarter Fahrverbotstagen kann örtliche Kfz-Betriebe ruinieren

05.05.2017

Stuttgart. „Fahrverbote an bestimmten Feinstaubtagen und auf 22 bestimmten Luftreinhaltestrecken in Stuttgart ist sicher der minimalinvasive Eingriff, den sich die Landesregierung vorstellen kann“, kommentieren Dr. Harry Brambach, der Präsident des Kraftfahrzeuggewerbes in Baden-Württemberg, und Torsten Treiber, der Obermeister der Kraftfahrzeuginnung Region Stuttgart die am Freitag, 5. Mai, vorgestellte Luftreinhalteplanung. „Wir müssen trotzdem bei der Forderung bleiben, dass es 2018 auch an Feinstaubtagen weiter einen unbeschränkten Zugang für Kunden zu Autohäusern und Werkstätten in Stuttgart geben muss.“ Denn „auch der jetzt vorgelegte Plan kann die Existenz unserer rund 120 Betriebe mit etwa 2.000 Beschäftigten im Stadtgebiet gefährden“, sagt Obermeister Torsten Treiber: „Arbeitsplanung muss verlässlich sein und die Betriebe können ihre Beschäftigten an Fahrverbotstagen nicht einfach heimschicken.“ Am liebsten wäre es beiden, „die Operation Fahrverbote für Autos“ unterbliebe ganz.

Die geplanten Sperrungen „sind auch bei Konzentration auf einzelne Straßen strategisch so ausgewählt, dass auch die Luftreinhaltestrecken zumindest die Zufahrt von außen nach Stuttgart weitgehend blockieren“, sagt Dr. Harry Brambach. „Damit kommen die Kunden nicht mehr zu unseren Betrieben.“ Dr. Brambach und Torsten Treiber kündigten an, dass Verband und Innung dieses Thema in offiziellen Stellungnahmen zum Entwurf des Luftreinhalteplans thematisieren werden: „Wir hätten uns gefreut, wenn das schon beim Entwurf berücksichtigt worden wäre, denn auf diesen nach unserer Auffassung unzulässigen Eingriff in den wirtschaftlichen Betrieb haben wir oft genug hingewiesen.“ Dr. Brambach: „2016 gab es an 60 Tagen Feinstaubalarm in Stuttgart. 60 Tage Umsatzausfall in der Werkstatt würde so gut wie jeden Kfz-Betrieb, der davon betroffen ist, ruinieren.“

Beide sind sich einig, „dass es aus unserer Sicht die beste Lösung wäre, ganz auf Fahrverbote zu verzichten.“ Deswegen unterstützen sie Verkehrsminister Hermann auch bei der Forderung, „dass die Autohersteller dafür sorgen sollen, dass ihre Euro-5- und Euro-6-Dieselfahrzeuge auch im realen Betrieb die vorgeschriebenen niedrigen Schadstoffwerte einhalten sollen.“ Wenn Hermann eine entsprechende Nachrüstung fordere, „sind unsere Betriebe auf seiner Seite. Das gilt auch für die Forderung, dass Nachrüstung nicht zu Lasten der Autobesitzer gehen darf.“ Wenn sich dann über Nachrüstung „die Sperrung der Stuttgarter Luftreinhaltestrecken ganz vermeiden ließe, wie der Minister versprochen hat, wäre das die beste Lösung.“

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