Kraftfahrzeuginnung rechnet mit bis zu 500 Millionen Euro Wertverlust für Dieselbesitzer, wenn Fahrverbote kommen

21.07.2017

„Wir rechnen mit einem schweren Einbruch bei den Gebrauchtwagenpreisen für Diesel in Stuttgart und der Region, wenn das Land mit seinem Luftreinhalteplan am kommenden Freitag vor dem Verwaltungsgericht eine Schlappe erleidet und sich die Deutsche Umwelthilfe mit ihrer Forderung nach Fahrverboten durchsetzt“, sagt Obermeister Torten Treiber von der Kraftfahrzeuginnung Region Stuttgart. Der Schaden trifft Dieselbesitzer und Autohäuser gleichermaßen: „Für die Autohäuser, die ihre Gebrauchtwagen-Bestände neu bewerten müssen, wäre das eine wirtschaftliche Katastrophe.“ Für Privatleute, insbesondere Familien, die in Stuttgart die Mehrzahl der bisher erlaubten Euro-4-Diesel fahren, käme ein solches Urteil einer Enteignung gleich: „Sie haben keine andere Wahl als ihr Fahrzeug auszuwechseln, treffen aber auf einen Markt, der keine Euro 4-Diesel mehr will.“ Geschäftsführer Christian Reher beziffert den Schaden, der durch den politischen Zickzackurs („erst politische Fahrverbotsforderungen, dann wieder das Gegenteil“) entstehen kann, „schon auf über 200 Millionen Euro, wenn wir nur einen Wertverluste von 1.000 Euro für jeden der rund 216.000 Euro 4-Diesel-Pkw in der Region annehmen.“ Kämen die 206.000 Euro 5-Diesel noch dazu, weil Nachrüstung nicht ausreicht, um Fahrverbote zu vermeiden, „sind wir schnell bei 400, 500 Millionen Euro. “ Das Verwaltungsgericht könne sich dadurch in seinem Urteil kaum beeinflussen lassen, „das spricht Recht“, sagt Torsten Treiber. Aber Land und Bund stünden in der Verantwortung: „Wir fordern nachdrücklich, dass beide sich zu einer Förderungslösung, sprich Umstiegsprämie, bekennen, die wir schon seit 2015 vorschlagen.“ Alle Entscheidungsträger insbesondere die Bundestagsabgeordneten in der Region hätten das Papier längst auf dem Tisch liegen. Die Prämie könne den Wertverlust nicht voll ausgleichen, „aber sie kann wenigstens helfen, den Umstieg auf schadstoffärmere Fahrzeuge für Privatleute und vor allem Familien zu erleichtern.“ Und sie würde den drohenden Zusammenbruch des Dieselmarktes wenigsten mildern, wenn nicht schon verhindern. „Das ist eine wirklich absurde Situation, „wer zu Ferienbeginn am Donnerstag mit einer gepflegten Euro 4-Familienkutsche in den Urlaub aufbricht, kommt womöglich mit einem wertlosen Schrottauto aus dem Urlaub zurück, je nachdem wie das Gericht am kommenden Freitag entscheidet.“


 
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