Kraftfahrzeuginnung warnt: Versicherungen müssen nicht fair sein

21.12.2017
Unfallschaden? Der Geschädigte kann sich den Reparaturbetrieb aussuchen

Eis, vielleicht demnächst Schnee, rutschige Straßen durch Raureif - wenn’s glatt ist, gibt’s glatt mehr Unfälle. Gar nicht glatt, im schwäbischen Sinne, findet Frank Schnierle, der Kreisvorsitzende der Kraftfahrzeuginnung Region Stuttgart wie Versicherungen dann zuweilen mit den Geschädigten solcher Unfälle umgehen. „Die locken mit der kompletten Schadessteuerung. Aber warum soll sich eine Geschädigter darauf einlassen?“ Versicherungen sind schließlich meistens Aktiengesellschaften und haben ihrer Dividende im Auge. Und es wird auch von Fällen berichtet, in denen Schadensabwickler Prämien bekommen, wenn sie Kosten sparen. Kurz und gut: „Wer bei einem Unfall den Schaden hat, kann sich den Reparaturbetrieb aussuchen und sollte da auch tun. Schließlich entscheidet die Qualität der Reparatur über den Wiederverkaufswert des Autos.“

 

Das gilt natürlich auch für das Auto des Unfallverursachers. Aber der hat womöglich im Gegensatz zum Geschädigten keine Wahl, je nachdem, wie sein Kaskovertrag aussieht: „Wer einen Vertrag mit Schadensteuerung unterschrieben hat, muss als Unfallverursacher tun, was seine Versicherung sagt, auch wenn ihm die von dieser vorgeschriebene Werkstatt nicht behagt.“ Allerdings gibt’s auch da einen Tipp: „Die Versicherung fragen, ob sie einen Innungsbetrieb anbieten kann.“ Denn angesichts der Marktmacht der Versicherungen arbeiten auch Innungsbetriebe mit ihnen zusammen.“ Das hat für den Kunden noch einen Vorteil, sagt Frank Schnierle: „Erstens kann er davon ausgehen, dass da nicht gepfuscht wird, denn zweitens gibt es die innungseigene Schiedsstelle, wenn’s doch mal Zweifel an der Qualität der Arbeit geben sollte.“ Das haben Nichtmitglieder nicht.

 

Für einen Unfallgeschädigten sieht die Rechtslage so aus, sagt Obermeister Torsten Treiber: „Erstens hat er oder sie die freie Wahl der Werkstatt. Zweitens sichert nur die Schadensfeststellung durch einen unabhängigen Sachverständigen alle Ansprüche. Drittens, kann das Fahrzeug auch dann repariert werden, wenn die Reparaturkosten den Wiederbeschaffungswert übersteigen. Vorausgesetzt, die voraussichtlichen Reparaturkosten gemäß Sachverständigengutachten übersteigen den Wiederbeschaffungswert nicht um mehr als 30 Prozent.“ Außerdem raten Torsten Treiber und Frank Schnierle ausdrücklich immer einen versierten Rechtsanwalt einzuschalten. Kommt der Unfallwagen in einen Innungsbetrieb, kann dieser auch dabei behilflich sein. Denn dafür verfügt die Kraftfahrzeuginnung Region Stuttgart über ein Anwaltsnetzwerk. Und „bezahlen muss den die Versicherung des Schädigers“.


 
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