Nachrüstung sorgt für freie Fahrt, auch wenn Fahrverbote kommen

27.06.2018

Neue Hoffnung für alle, die in der Region einen Euro-5-Diesel haben: Das Land plant einen Alleingang, was die Nachrüstung angeht, wenn der Bund nicht aus den Puschen kommt, bestätigte das Verkehrsministerium am Dienstagabend einen Bericht der Süddeutschen Zeitung. Am Freitag sollen bei einem Treffen von Zulieferern, Autohersteller und Verbänden Nägel mit Köpfen gemacht werden: Wer seinen Euro-5-Diesel auf eigene Kosten und freiwillig nachrüstet, „soll mit einer rechtssicheren Fahrerlaubnis belohnt werden“. Im Moment fehlen zwar noch die zugelassenen Nachrüstsätze und passende rechtliche Regelungen. „Aber zwölf Monate sollten reichen, die Zulassungen zu bekommen“, sagt Obermeister Torsten Treiber von der Kraftfahrzeuginnung Region Stuttgart und bei den rechtlichen Regelungen setzt das Verkehrsministerium notfalls auf Alleingang: Wenn der Bund keine Regelungen schaffe, „sind wir gezwungen, Landesrecht zu schaffen“, bestätigt Uwe Lahl, Ministerialdirektor im Ministerium für Verkehr. Da „werden wir in diesem Fall BW-Grenzwerte einführen müssen.“

Eine Frage ist keine: „Wenn morgen Nachrüstsätze und -regelungen angeboten werden, haben unsere Betriebe mit dem Einbau keine Probleme“, sagt Torsten Treiber, Obermeister der Kraftfahrzeuginnung Region Stuttgart: „Die Kapazitäten sind da.“ Allerdings fehlen die Nachrüstsätze noch. Über 183.000 Euro-5-Diesel wurden zu Jahresbeginn noch in der Region gezählt. Für deren Besitzerinnen und Besitzer aber auch für die Kfz-Betriebe, denen bis August noch reichlich Leasingrückläufer ins Haus stehen, „wäre die jetzt angekündigte Nachrüstungen mit Freier Fahrt bei Fahrverboten ein Segen“, sagt Innungsgeschäftsführer Christian Reher: „Damit ließe sich der katastrophale Preisverfall stoppen.“

Uwe Lahl, Ministerialdirektor im Ministerium für Verkehr, hat im Gespräch mit der Süddeutschen skizziert, wie das gehen kann: „Es muss im Interesse aller sein, dass die nachgerüsteten Euro-5-Diesel-Fahrzeuge von den Fahrbeschränkungen ausgenommen werden“. Dafür seien aber endlich Grenzwerte notwendig, die festlegen, wie „sauber“ ein nachgebesserter Wagen in absoluten Werten fährt. Die Autohersteller müssten den Nachrüstern zudem Einblick in die Motorsteuerungen gewähren, damit diese ihre Anlagen justieren könnten. „Und die Hersteller müssen uns sagen, welche Wagentypen ein qualifiziertes Update enthalten.“ Das sei ein „Riesenaufwand“ und „eigentlich Aufgabe des Bundes“, sagt Lahl. Ohne den Bund geht’s aber auch: „In diesem Fall werden wir BW-Grenzwerte einführen müssen.“

Am Freitag soll die Vorgehensweise besprochen werden. Nicht alles ist schon geklärt. „Solange der Bund bei der Nachrüstung mauert, müssen wir uns halt etwas einfallen lassen“, sagt Edgar Neumann, Pressesprecher des Ministeriums für Verkehr Baden-Württemberg.  

 

 

Stuttgart

Kreis Böblingen

Pkw insgesamt 2018

301.508

248.281

Euro 5 Diesel 2018

31.515

28.368

 

Kreis Esslingen

Kreis Ludwigsburg

Pkw insgesamt 2018

324.901

324.853

Euro 5 Diesel 2018

37.816

36.730

 

Rems-Murr-Kreis

Kreis Göppingen

Pkw insgesamt 2018

258.473

161.062

Euro 5 Diesel 2018

28.388

20.541

 

Region

 

Pkw insgesamt 2018

1.619.078

 

Euro 5 Diesel 2018

183.358

 


Bestand an Euro-5-Dieseln in der Region zum 01.01.2018
Quelle: Kraftfahrt-Bundesamt


 
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