Roger Schäufele als Kreisvorsitzender Stuttgart bestätigt

31.01.2018

„Kunterbuntes Durcheinander“ in der Auto-Politik Menschen und Betrieben zu schaffen

Roger Schäufele ist bei der Kreisversammlung der Kraftfahrzeuginnung Region Stuttgart in Filderstadt einstimmig als Kreisvorsitzender bestätigt worden. Damit gehört der Geschäftsführer des Autohauses Lutz in Stuttgart-Möhringen für weitere drei Jahre auch dem Vorstand der Gesamt-Innung an, die regionsweit rund 1.000 Kraftfahrzeugbetriebe betreut. Die Aussichten für 2018 schätzte er in seiner Rede, die wegen einer Grippeerkrankung Schäufeles vom Pressesprecher der Innung, Frank Schnierle übernommen wurde, positiv ein: Ein bis Ende 2017 auf über 365.000 Fahrzeuge gestiegener Bestand vom Pkw bis zu Anhängern biete eine Grundlage für ein erfolgreiches Werkstattgeschäft und die Nachfrage nach Pkw sei hoch, „weil die Menschen das Auto brauchen“. Dazu kam allerdings auch der Hinweis, dass die Innungsbetriebe sich in einem scharfen Wettbewerb gegen „Billigheimer, Versicherungen mit ihren Schadensmanagern und Internet-Abzockern“ behaupten müssen. „Wir müssen den potenziellen Werkstattkunden klarmachen, dass sie nur in unseren Betrieben gute und zuverlässige Arbeit für ihr Geld erhalten“, sagte Schnierle und verwies auf das „Alleinstellungsmerkmal Blaues Innungsschild“. Das Besondere daran: „Dieses Schild bekommt nicht jeder, sondern nur Innungsbetriebe, die sich im Streitfall dann auch dem Spruch einer Schiedsstelle unterwerfen müssen, die den Verbraucherschutz garantiert.“

Rund 100 Betriebe im Stuttgarter Stadtgebiet sind in der Kraftfahrzeuginnung Region Stuttgart, die insgesamt rund 1.000 Betriebe mit rund 12.000 Beschäftigten und 2.000 Auszubildenden vertritt, ein gewichtiger Faktor. Zusätzlich zum Kreisvorsitzenden Roger Schäufele werden deren Interessen in der Delegiertenversammlung der Innung noch durch neun weitere Delegierte vertreten, zu denen auch Michael Ziegler gehört, der gleichzeitig auch Mitglied im Bundesvorstand des Zentralverbandes Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) und damit im höchsten Gremium auf Bundesebene ist.

Roger Schäufele freut sich über seine einstimmige Wiederwahl. Im Manuskript seiner Bilanz ging er auf die Entwicklung auf dem Automarkt im Zeichen von Dieselgate und Umwelthilfe-Klagen gegen Städte und Gemeinden ein: Wachsender Bestand, gekoppelt mit steigenden Neuzulassungen, die in diesem Jahr einen Zehn-Jahres-Rekord erreichten, insgesamt sinkende Besitzumschreibungen, aber verbunden mit einem Dieselboom bei Gebrauchtwagen, sind die aktuellen Entwicklungen im Stuttgart. Unter den neuen Pkw sind zwar weniger Diesel aber „mit 37,6 Prozent ist immer noch mehr als jeder dritte Neukauf in der Landeshauptstadt ein Diesel und verblüffenderweise ist das die höchste Quote in der ganzen Region.“

Der Neuzulassungsrekord geht mit einem Umstieg auf andere Antriebsarten einher. Angesichts solcher Entwicklungen „sehe ich keinen Grund zum Jammern. Grund zu Kritik aber schon: Es ist ein Trauerspiel wie die Politik und speziell die Bundes- und die Landesregierung uns und vor allem auch die Menschen mit Dieselautos hängen lässt“, sagte Frank Schnierle im Namen Schäufeles vor den Mitgliedern in der Filderstädter Filharmonie.

„Kunterbuntes Durcheinander ist bei der Beschreibung der aktuellen Gesamtlage noch milde ausgedrückt“, so Frank Schnierle. „Da fordern Politiker Softwareupdates und Hardwareupdates, bleiben aber den rechtlichen Rahmen schuldig, damit diese überhaupt und schnell umgesetzt werden können, beziehungsweise etwas bringen. Oder kennt jemand hier die neue Schadstoffklasse, die ein Diesel nach einem Softwareupdate erreicht? Fünf bleibt fünf und dieser Diesel wäre damit in Stuttgart weiter vor der Tür, wenn Winfried Hermann die Diesel aussperren darf.“

Ein besonderer Fall ist für ihn „der häufig gehörte Politikersatz, dass keiner die Absicht hat Fahrverbote einzuführen, kombiniert mit der Forderung nach einer Blauen Plakette, wie sie gerade wieder von Ministerpräsident Kretschmann erhoben worden ist. Denn die Blauen Plaketten wären das schlimmste Fahrverbot überhaupt. Weil sie beim jetzigen Forderungsstand nicht nur Diesel aus Umweltzonen, die nur mit ihnen befahren werden dürften ausschließen, sondern auch Benziner ab Euro 2 abwärts.“ Und ein solches Fahrverbot würde viele Stuttgarter Kfz-Betriebe von ihren Kunden im Umland abschneiden.

Deswegen kämpft die Innung seit Bekanntwerden dieser Pläne für andere Lösungen, hat unter anderem den Gemeinderat überzeugt, im Entwurf des Luftreinhalteplans eine Klausel aufzunehmen, die freie Zufahrt zu den Kfz-Betrieben garantieren soll. Für Roger Schäufele ein Beispiel, warum eine starke Innung wichtig ist: „Mit ihr können wir die Interessen unserer Betriebe und ihrer Beschäftigten, aber auch unserer Kunde vertreten.“ Beispiel: Umstiegsprämie: „Die haben wir schon 2015 gefordert als Verkehrsminister Winfried Hermann, ankündigte, ab 2017 in Stuttgart Fahrverbote auszusprechen und von 2019 an nur noch Diesel mit der Euronorm 6 zuzulassen. Hätten wir damals den Wechsel forciert, statt auf Verbote zu setzen, wäre der Trend zu sinkenden Schadstoffwerten in Stuttgart, den wir jetzt erleben, garantiert noch stärker.“

 

Als Delegierte wurden gewählt:

 

Katharina

Braun

Autohaus Zweig GmbH & Co. KG

Stuttgart

 

Andreas

Dobbert

Schwabengarage GmbH

Stuttgart

 

Dieter

Epple

Autohaus Schöttle GmbH

Stuttgart

 

Rolf

Kieß

Kieß GmbH &Co. KG

Stuttgart

 

Heinrich

Krawietz

Auto-Schöttle GmbH

Stuttgart

 

Dirk

Rolke

Daimler AG | Mercedes-Benz Vertrieb Pkw GmbH | Niederlassung Stuttgart

Stuttgart

 

Roger

Schäufele

Autohaus Lutz GmbH & Co. KG

Stuttgart

 

Lothar

Stöffler

Autohaus Stöffler GmbH

Stuttgart

 

Wilhelm

Supper

Auto Supper Stuttgart GmbH

Stuttgart

 

Michael

Ziegler

EFA Autoteilewelt GmbH

Stuttgart

 

 

 

 


 
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