10.000 nachgerüstete Euro-5-Diesel könnten helfen Stuttgarter Fahrverbote zu stoppen

04.03.2020
Regierungspräsident Wolfgang Reimer „ist ein Fan der Nachrüstung“

v.l.n.r.: Thomas Steinbrückner (Dr. Pley), Petra Haas und Hubert Mangold (Oberland-Mangold), Lars Mothes (HJS), Stefan Beinkämpen (Baumot), Christian Reher, Regierungspräsident Wolfgang Reimer, Torsten Treiber

In Stuttgart läuft der Countdown für Fahrverbote für rund 20.000 Euro-5-Diesel in der Stadt. Zu vermeiden wären die nur, wenn mindestens Hälfte der Fahrzeuge nachgerüstet würden und deswegen die NOx-Werte weiter sinken, sagte Regierungspräsident Wolfgang Reimer bei einem Pressegespräch der Kraftfahrzeuginnung Region Stuttgart im Rahmen der Regionaltagung der Innung in Filderstadt. Die Hersteller der Nachrüstsysteme Dr. Pley, Oberland-Mangold, HJS und Baumot, versicherten dem Regierungspräsidenten, dass sie lieferfähig sind, um ihm diesen Wunsch zu erfüllen und in den nächsten Wochen die Nachrüstangebote verstärkt werden. Insgesamt gibt es in der Region Stuttgart rund 145.000 Euro-5-Diesel-Pkw plus Handwerkerfahrzeuge: Derzeit sind in der Region Stuttgart zwölf Werkstätten plus selbstständige VW-Betriebe durch die Nachrüster direkt in die Lieferkette eingebunden. Obermeister Torsten Treiber von der Kraftfahrzeuginnung Region Stuttgart und Innungsgeschäftsführer Christian Reher plädierten dafür, die Zahl der Einbaubetriebe möglichst rasch auf alle 800 Innungsbetriebe mit AU-Befähigung auszuweiten. Was aus Sicht der Hersteller aber dann Sinn macht, wenn die Nachfrage in der Region tatsächlich in den fünf- oder gar sechsstelligen Bereich ansteigt. Rein rechnerisch wäre das drin: Die Autohersteller Mercedes und VW beteiligen sich mit Zuschüssen von bis zu 3.000 Euro an den Einbaukosten: Und deren Anteil an den Euro-5-Dieseln in der Region liegt bei über 70.000.  

„Der Regierungspräsident ist ein großer Fan der Nachrüstung“ sagte Wolfgang Reimer über Wolfgang Reimer und die Erklärung ist einfach: Er will keine Dieselfahrverbote in Stuttgart. Er muss sie aber im Luftreinhalteplan anordnen, wenn sich in den nächsten Monaten nicht abzeichnet, dass sich die Werte deutlich von 50 Richtung 40 Mikrogramm entwickeln. Und das werden sie seiner Einschätzung nach nur, wenn die Nachrüstung greift. Und zwar nicht nur in Stuttgart. Das RP ist auch für die Luftreinhaltepläne in Heilbronn („das zweitgefährdeste Gebiet“) und in Ludwigsburg (hier droht die nächste gerichtliche Auseinandersetzung mit der DUH) zuständig.  

In allen besonders fahrverbotsgefährdeten Bereichen sind die Hersteller von Nachrüstsätzen lieferfähig, versicherten die Vertreter der Firmen: Rund 160 Modelle des VW-Konzerns können laut Stefan Beinkämpen mit Sätzen vom Baumot nachgerüstet werden. Oberland Mangold kann laut Hubert Mangold derzeit erstes die VW-Modelle Sharan, Alhambra und Q5 nachrüsten, weil diese werkseitig schon für den Einbau von SCR-Kats vorbereitet sind.  

Dr. Pley hat laut Thomas Steinbrückner in der Region Stuttgart bereits rund 280 Nachrüstsätze ausgeliefert. Nach Angaben der Werkstätten, die Einbaupartner sind, liegt die Nachfrage bereits jetzt beim Drei- bis Vierfachen. Bei der anschließenden Regionaltagung gab es weitere Kontakte zwischen Nachrüstsatz-Lieferanten und Kfz-Betrieben. Kernfrage der Interessierten: „Lohnt sich für mich die Nachrüstung?“ Stefan Beinkämpen: „Natürlich lohnt sich das für sie.“  

Aktuell vor allem dann, wenn Fahrzeuge von VW und Daimler zur Nachrüstung anstehen, weil die beiden Konzerne bis zu 3.000 Euro Nachrüstzuschuss zahlen. Was im Prinzip vom Marketing her bedeutet; „dass wir die Euro-5-Dieselkunden dazu motivieren müssen, das Geld von Daimler und VW in die Hand zu nehmen und ihr Fahrzeug nachrüsten zu lassen“, war sich die Runde einig.  

Die Nachrüstung sorgt dabei nicht nur für reinere Luft sondern auch für Werterhalt, hob Torsten Treiber angesichts der Laufzeiten von Fahrzeugen mit neun und zehn Jahren („und häufig Familienautos“) hervor. Bei Handwerkerfahrzeugen mit spezieller Ausstattung ist die Laufzeit noch länger, so Lars Mothes von HJS und verweist darauf, dass die Nachrüstung hier zwar teurer ist, aber auch mit 4.800 Euro höher gefördert wird. Und es mit etwa 1.000 Euro plus, dann auch dauerhaft freie Fahrt in Fahrverbotszonen liefert. Und zwar am Beispiel Stuttgart ganz sicher und dauerhaft, wie Regierungspräsident Wolfgang Reimer versichert: „Selbst wenn Jürgen Resch und die DUH dagegen klagt, hat er keine Chance.“

 

 

 

 


 
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