Bundesregierung behinderte den Verkauf von Elektroautos im Kreis Ludwigsburg

06.07.2016
Kfz-Innung: Förderliste bestimmt wer Prämie bekommt

Kein Witz oder genauer „ein schlechter Witz“ ist aus Sicht von Obermeister Torsten Treiber, „was bisher in Sachen Elektroauto gelaufen ist, denn die Bundesregierung hat jetzt über Monate den Verkauf von Elektroautos im Kreis Ludwigsburg und der ganzen Region behindert.“ Und die 30 neuen Besitzer von Elektroautos (12) beziehungsweise Plugin-Hybriden (18), die im Mai im Kreis Ludwigsburg eines kauften, können nicht sicher sein, überhaupt Geld vom Staat zu bekommen. Denn Stichtag ist der 18. Mai, vor diesem Tag gekauft, Pech gehabt. Nach diesem Tag ist aber auch nicht sicher, dass es Geld gibt. Nur Autos, die auf der Förderliste stehen werden gefördert. Aktuell (Stand 4. Juli) sind das 77 Elektro- oder Plugin-Hybrid Pkw. Diese Förderliste legt verbindlich fest, für welches E-Auto es die 2.000 Euro Förderung vom Staat gibt oder die 1.500 Euro für ein Hybridauto. Das bestätigt das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA), das die Förderanträge online (und nur online) annimmt: https://fms.bafa.de/BafaFrame/umweltbonus. Jetzt muss der Juli weisen, wie sehr die Prämie den Verkauf der Elektroautos ankurbelt, sagt Obermeister Torsten Treiber. „Nachfrage ist schon da“, schätzt der Kreisvorsitzende Markus Klein. „Jedenfalls wird in den Autohäusern, die welche anbieten, nach Kosten und Konditionen für Elektroautos gefragt.“

Immerhin, obwohl erst seit 2. Juli Klarheit herrscht, wie das mit der Förderung läuft, zog die Nachfrage im Juni Kreis Ludwigsburg leicht an. Elektro-Pkw wurden 13 (+1 im Vergleich zu Mai) neu zugelassen, Hybride 35 (+17 im Vergleich zu Mai). Dumm gelaufen ist die Geschichte allerdings für die 63 Käufer eines Hybrid-Pkw im März und für die 40 im April als die Nachfrage nach diesem Fahrzeugtyp im Zuge der Umweltbonusdiskussion deutlich angezogen hatte (Januar: 10, Februar: 18). Die gucken in die Röhre, bekommen die 1.500 Euro vom Staat garantiert nicht. Die Kraftfahrzeuginnung hatte zwar extra an alle Abgeordneten geschrieben und gefordert den Stichtag auf den 1. Januar 2016 zu legen, damit nicht ausgerechnet die Käufer leer ausgehen, die sich schnell Umweltappelle der Politik zu Herzen genommen haben. Aber vergeblich, der Stichtag ist inzwischen verbindlich. Was der Innung auch fehlt, ist eine Konstruktion, die das Umsteigen von Diesel auf Elektro attraktiv macht, was durch die Feinstaublage in Stuttgart notwendig wäre. Der französische Staat zahlt 6.300 Euro Zuschuss pro Elektroauto und legt nochmal 3.700 Euro extra drauf, wenn dafür ein mindestens 13 Jahre alter Diesel verschrottet wird. „Das“, sagt Torsten Treiber, „ist ein Beispiel für die Umstiegsprämie, wie die Innung sie auch für die Region Stuttgart fordert.“


 
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