Die Autonachfrage in der Region Stuttgart beschleunigt weiter: Stuttgart kauft Diesel

22.05.2019
Kraftfahrzeuginnung: Sonderkonjunktur geht weiter

Die Autonachfrage in der Region Stuttgart beschleunigte im April und ließ die Bundeswerte hinter sich: Die Neuzulassungen legten regional um 18,8 Prozent zu, bei den Besitzumschreibungen gab es ein Plus von 5,1 Prozent. Im Bundesdurchschnitt ging im April die Zahl der Neuzulassungen um 1,1 Prozent zurück, während es bei den Besitzumschreibungen laut Kraftfahrt-Bundesamt ein Plus von 2,4 Prozent gab. Bei den Neuzulassungen liegen alle Kreise in der Region über den Bundeswerten. Absoluter Spitzenreiter ist der Kreis Esslingen mit einem Plus von 35,3 Prozent. „Das deutet daraufhin, dass hier auch Rückstände aus der Einführung der WLTP-Tests aufgearbeitet sind“, interpretiert Obermeister Torsten Treiber die Zahlen. Bei den Besitzumschreibungen ist die Entwicklung in den Kreisen Ludwigsburg (+0,6) und Göppingen (+0,3) unterdurchschnittlich: „Aber der Gebrauchtwagenboom in Stuttgart geht mit einem Zuwachs von 15,5 Prozent immer noch weiter“, sagt Innungsgeschäftsführer Christan Reher: „Nach wie vor wirkt hier der Zwang, den die Landesregierung durch ihre Fahrverbote auslöst. Deswegen sind die Zahlen in den Landkreisen ja auch niedriger.“

20,1 Prozent Zuwachs bei den Pkw-Neuzulassungen, 15,5 Prozent bei den Besitzumschreibungen, das sind die Zuwächse auf dem Stuttgarter Automarkt für April. In absoluten Zahlen waren das 5.776 Pkw-Neuzulassungen. 1.905 dieser Pkw haben einen Dieselmotor. Das sind 358 oder 23,1 Prozent mehr als im Vorjahr. „Der Trend zum neuen Diesel hält weiter an“, sagt der Kreisvorsitzende Roger Schäufele die Entwicklung ein. „Seit Jahresanfang hatten wir jeden Monat Zuwächse von 20 und mehr Prozent.“

Benziner und andere Antriebsarten legten ebenfalls zu: Ihr Plus liegt bei 607 Pkw oder 18,6 Prozent, bei insgesamt 3.871 Neuwagenkäufen. In dieser Zahl sind 89 Elektro-Pkw und 367 Hybrid-Pkw enthalten: „Vor allem die Hybrid-Pkw entwickeln langsam interessante Stückzahlen“, sagt Roger Schäufele: „Bei den Elektroautos fehlt immer noch eine breite Angebotspalette.“

Bei den Gebrauchtwagen wurden im April bei der Zulassungsstelle 3.960 Besitzumschreibungen notiert, 532 mehr als vor einem Jahr. Auch hier erobert sich der Diesel seine Kundschaft zurück. 2.445 Besitzumschreibungen betrafen Diesel (+252/+11,5 Prozent), 1.515 Benziner und andere Motorarten (+280/+22,7 Prozent). Angesichts dieses Diesel-Booms, „wissen wir nicht recht, ob wir lachen oder weinen sollen“, sagt Innungsgeschäftsführer Christian Reher zu dieser Entwicklung: „Natürlich tut es den Autohäusern gut, wenn sie hochwertige Gebrauchtwagen verkaufen können. Aber wenn die Kunden dabei mit den Zähnen knirschen, weil sie durch die Regierung zum Kauf gezwungen werden, kann das nicht gut sein.“

Trotz des Dieselbooms bröckelt der Diesel-Pkw-Bestand im Moment aber weiter ab: „Vor einem Jahr hatten wir über 100.000 Diesel-Pkw in Stuttgart, jetzt sind’s noch etwas über 88.000.“ Der Über-die-Jahre-Vergleich „hinkt freilich etwas, weil die Situation eine besondere ist“, sagt Obermeister Torsten Treiber; „Einkommensvorschriften, die den Kunden zum Autokauf zwingen wie in Stuttgart, haben wir selten.“ In den letzten Monaten seien aber viele ältere Diesel durch ältere Benziner ersetzt worden, wenn das Familieneinkommen nichts anderes zugelassen hat: „Von März auf April nahm der Dieselbestand noch um rund 1.600 ab, die durch andere Motorarten ersetzt wurden.“


 
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