E-Autos sind nicht der erhoffte Renner und demnächst läuft die Förderung aus

11.02.2019
Kraftfahrzeuginnung Region Stuttgart: 5.559 E-Autos in der Region

Der Bestand an E-Autos in der Region ist binnen eines Jahres um rund die Hälfte gewachsen. Aber bei der Kraftfahrzeuginnung Region Stuttgart reißt das keinen vom Hocker: „Wir sprechen da von einem Bestand von insgesamt 5.559 E-Autos“, das ist nicht das, was wir uns vorgestellt haben“, sagt Obermeister Torsten Treiber. Denn eigentlich hat die Innung beispielsweise bei der Ausbildung längst auf mehr Elektromobilität gesetzt. Die meisten E-Autos gibt es mit 1.568 in Stuttgart, die wenigsten mit 312 im Kreis Göppingen. Noch kleiner als der Bestand der E-Pkw ist der Bestand an Plugin-Hybriden in der Region: 4.616. Doppelt so stark wie die E-Autos sind die Vollhybriden: 11.650. Ab Juli werden es E-Pkw und Plugin-Hybride noch schwerer haben, schätzt Innungsgeschäftsführer Christian Reher: „Da läuft die Förderung aus.“

Stuttgart hat mit den Fahrverboten für Diesel Euro-4-abwärts und eventuell drohenden Verschärfungen derzeit den größten Druck Richtung alternative Antriebe. „Allerdings“, sagt Obermeister Torsten Treiber, „sind Menschen mit älteren Autos nicht unbedingt die Zielgruppe für die eher hochpreisigen Elektromobile.“ 

Die vorhandenen Zulassungsdaten lassen indes keine weitere Analyse der Käuferstruktur und ihrer Einkommensklassen zu. Dagegen lässt sich ablesen, wo die Fahrzeuge in der Region gefragter sind und wo nicht: Stuttgart liegt danach von der absoluten Zahl der Fahrzeuge her in allen drei Elektromobilitätsklassen auf Platz 1: Zum 31.12.2018 meldete die Zulassungsstelle einen Bestand von 1.568 Elektroautos, 1.715 Plugin-Pkw und 2.977 Vollhybrid-Pkw. Damit nehmen diese die Spitzenposition ein, obwohl es für sie keine staatliche Förderung gibt.

Für Elektroautos gibt es dagegen 2.000 Euro direkte Prämie aus der Staatskasse und 2.000 Euro vom verkaufenden Hersteller. Bei Plugin-Pkw sind es 1.500 Euro. „Bei diesem Fahrzeugtyp wurde das Angebot durch allerdings durch den neuen WLTP-Test massiv ausgedünnt“, sagt Innungsgeschäftsführer Christian Reher. Deswegen schätzt er, „dass die Bedeutung der Plugins, die mit Elektroantrieb eine Norm-Reichweite von 40 bis 50 Kilometer haben, weiter zurückgeht.“ Die „wahre Probe aufs Exempel kommt vermutlich Mitte des Jahres“, sagt der Stuttgarter Kreisvorsitzende Roger Schäufele, „dann läuft die staatliche Förderung aus und Elektroautos und Plugins müssen sich im normalen Wettbewerb behaupten.“

Obermeister Torsten Treiber tippt darauf, „dass dann die Neuwagenpreise bei Elektroautos sinken, sonst sind die Modelle gegen den Vollhybrid oder die reinen Verbrenner, die immer schadstoffärmer werden, nicht mehr konkurrenzfähig.“ Die Spitzenposition bei den Vollhybriden zeige, „dass die meisten Menschen einfach keine Lust auf Reichweitenangst haben.“

Und die Entwicklung bei den Motoren und Treibstoffen gehe mit Riesenschritten voran: „Als wir 2017 gesagt haben, dass synthetische Treibstoffe dem Elektroantrieb Konkurrenz machen könnte, waren wir noch recht allein. Jetzt kann ich den Verkehrsminister Winfried Herman zitieren“: „Regenerative neue Kraftstoffe können den Verbrennungsmotor klimafreundlich machen“, hat der in Karlsruhe beim Start des Projektes ReFuels – einer Ableitung aus dem sonst schon gebräuchlichen Namen eFuels gesagt. Dabei geht es darum, unter anderem Benzin und Diesel durch Einsatz erneuerbarer Energien, zum Beispiel Solarstrom, herzustellen. Treiber: „Die Technik steht am Anfang, sie macht Hoffnung und erfüllt die Forderung den CO2-Ausstoß zu senken, für den Rest haben wir ja schon moderne Reinigungstechnik in den neuen Autos.“


 
Home » Nachrichten » E-Autos sind nicht der erhoffte Renner und demnächst läuft die Förderung aus
Durch das Anklicken des Buttons "Ich stimme zu" erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies und der Datenverarbeitung durch die Webanalyse Piwik einverstanden. Detaillierte Informationen erhalten Sie unter Datenschutz.
Ich stimme zu