Jeder zweite Diesel ist Euro-6: Stuttgart hat modernste Dieselflotte der Region

29.04.2019

Die Stadt Stuttgart hat nach den neuesten Zahlen des Kraftfahrt-Bundesamtes in der Region Stuttgart die modernste Dieselflotte: Danach gehörten zum Stichtag 1. Januar 2019 49,5 Prozent aller Diesel-Pkw zur Schadstoffklasse Euro 6. Inzwischen dürfte der Wert nach Einschätzung von Obermeister Torsten Treiber von der Kraftfahrzeuginnung Region Stuttgart „sogar schon deutlich über 50 Prozent liegen, denn der Dieselbestand ist in den ersten drei Monaten durch die Verkehrsverbote der grün-schwarzen Landesregierung nochmal deutlich zurückgegangen.“ Im bundesweiten Vergleich reicht das allerdings nur zu Platz 8. Spitzenreiter ist Wolfsburg. Dort sind drei Viertel aller Diesel Euro 6. Frankfurt, Düsseldorf und München liegen ebenfalls vor Stuttgart: „Der Zusammenhang zwischen drohenden oder durchgesetzten Fahrverboten und der Dieselentwicklung ist wohl keine Überraschung“, sagt Innungsgeschäftsführer Christian Reher: „Am entspanntesten ist die Lage im Kreis Lüchow-Dannenberg in Niedersachsen. Da gibt’s zwar mehr Diesel pro Einwohner als in Stuttgart, aber nicht mal jeder Fünfte ist Euro 6.“

In Stuttgart kam nach den neuesten KBA-Zahlen am 1. Januar 2019 153 Diesel auf 1.000 Einwohner. Unterm Strich waren das zum Jahresanfang 96.958 Diesel aller Schadstoffklassen in Stuttgart. In der Region gab es insgesamt etwas über 514.000 Diesel. Der Stichtag 1. Januar ist eine Spezialität des Kraftfahrt-Bundesamtes. Da alle anderen Zahlen jeweils zum Monatsende erfasst werden, sind die Werte nicht direkt vergleichbar. „Trotzdem lässt sich anhand der Werte einschätzen, dass die Ausweitung der Dieselfahrverbote auf Stuttgarterinnen und Stuttgarter Tausende zum Autokauf gezwungen hat“, sagt Obermeister Torsten Treiber von der Kraftfahrzeuginnung Region Stuttgart, „denn der Dieselbestand ist zum 31.03.2019 auf 89.682 heruntergegangen, obwohl der Gesamtbestand an Pkw in Stuttgart leicht wuchs.“

Auf der Basis der KBA-Zahlen ergibt sich, dass die Zahl der Euro-6-Diesel zum Jahresanfang bei 48.023 und damit um 8,37 Prozent (plus 3.710 Pkw) höher lag als 2018. Alle anderen Dieselarten gingen zurück: Die Euro-5-Diesel verringerten sich um über 5.700 Pkw oder 18,16 Prozent. Euro-4-Diesel sanken um über 4.600 Autos oder 27,27 Prozent und alle Diesel-Pkw von Euro 3 abwärts gingen in Stuttgart um 23,66 Prozent oder über 3.100 Fahrzeuge zurück.

„Trotzdem bleibt unter dem Strich immer noch ein großer Anteil von Dieseln dieser Schadstoffklassen übrig“, sagt Innungsgeschäftsführer Christian Reher. Fahrzeuge, für die die Innung zusammen mit Dieselbesitzern und einem Autohaus für eine Aufhebung der Verkehrsverbote vor das Verwaltungsgericht in Stuttgart und inzwischen auch vor den VGH in Mannheim gezogen ist: Immerhin, sagt Obermeister Torsten Treiber „sind noch fast ein Viertel alle in Stuttgart gemeldeten Diesel von dem Verkehrsverbot betroffen und dürften in der Stadt weder fahren noch parken, von Dieseln aus der Region, Land, Bund oder Europa ganz zu schweigen, deren Fahrer in Stuttgart auf der Durchfahrt, auf Besuch oder aus anderen Gründen unterwegs sind.“ Das Land habe zwar Erleichterungen geschaffen, poche aber immer noch „auf bürokratische Nachweis-Akte und Ausnahmegenehmigungen“. Allerdings sei es sehr unwahrscheinlich, dass Menschen mit Euro-4-Dieseln „vor den Wahlen am 26. Mai Probleme mit der Staatsmacht bekommen und größere Abschlepp- und Bußgeldaktionen fürchten müssen“, schätzt Obermeister Torsten Treiber: „Denn an den 22.000 betroffenen Euro-4-Dieseln und den rund 25.000 Euro-5ern hängt ja nicht nur eine Wählerstimme. Wie es nach der Wahl weitergeht, steht aber natürlich auf einem ganz anderen Blatt.“


 
Home » Nachrichten » Jeder zweite Diesel ist Euro-6: Stuttgart hat modernste Dieselflotte der Region
Durch das Anklicken des Buttons "Ich stimme zu" erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies und der Datenverarbeitung durch die Webanalyse Piwik einverstanden. Detaillierte Informationen erhalten Sie unter Datenschutz.
Ich stimme zu