Kraftfahrzeuginnung Region Stuttgart ruft zur Diesel-Nachrüstung auf und hofft auf möglichst viele E-Auto-Kunden

10.07.2020

Stuttgart. „Wir rufen alle Euro-5-Kunden, die dafür in Frage kommen, dazu auf, die 3.000 Euro von Mercedes und VW zu nehmen und ihre Euro-5-Diesel möglichst schnell nachzurüsten“. Das war ein Appell von Obermeister Torsten Treiber bei der Delegiertenversammlung der Kraftfahrzeuginnung Region Stuttgart. Diese fand erstmals online statt. Bei der Nachrüstung gehe es darum, „die Grenzwerte in Stuttgart möglichst schnell einzuhalten und „die rechtlichen Geplänkel, Winkelzüge und Diskussionen hängen uns doch alle längst zum Halse heraus.“ Für die Stuttgarter Betriebe in der sogenannten kleinen Umweltzone gehe es aber um mehr: „Bei denen hängt die Existenz dran.“ Die Kfz-Innung versuche gerade mit der Stadt zu einer Lösung zu kommen, „die freie Fahrt zu den Betrieben sichert“. Hoffnung setze die Innung auch auf eine anziehende Nachfrage nach geförderten Elektroautos und Plugin-Hybriden. Wobei „die Nachfrage nicht alles ist, wir sagen schon seit Jahren, dass es für die Nachfrage auch ein Angebot geben muss.“

„Nur wenn E-Autos lieferbar sind, können E-Auto-Kunden die wirtschaftliche Unterstützung bringen, die sich die Politik von ihnen erhofft.“ Momentan, gibt es Autohäuser die sofort liefern können und solche, bei denen der Liefertermin hinter dem 31. Dezember 2020 und dem 31. Dezember 2021 liegt. Das ist kritisch: An einem Termin läuft die Mehrwertsteuersenkung aus, am anderen die erhöhte E-Auto-Prämie. Die Hersteller sind also gefordert, damit unserer Häuser für den erwarteten Ansturm gewappnet sind.“ Momentan sei die Nachfrage allerdings noch eher verhalten. Die Zulassungszahlen seien nur bedingt aussagefähig, „weil wer keine Autos hat, kann auch keine verkaufen und zulassen.“

Bei der Nachrüstung sehe es besser aus: „Rund die Hälfte der Euro-5-Diesel in der Region dürften von VW und seinen Konzernmarken sowie Mercedes, BMW und Volvo sein. Das sind die Fahrzeuge, für die es momentan Nachrüstsätze gibt. Die Innung hofft auf mehr. Es gibt auch schon erste Meldungen des Herstellers Dr. Pley, sagte Innungsgeschäftsführer Christian Reher bei der Delegiertenversammlung. Der Nachrüstungshersteller hat sein erstes Förderprojekt seitens des BMVI bewilligt bekommen. „Damit kann er die Neuentwicklung für Hardwarenachrüstsysteme beim OM 642 Motor (Daimler 3l V6) und dem EA 897 Motor (Audi / Porsche 3l V6) beginnen. Die ersten TÜV Prüfungen sind bereits im August geplant.“ Da das Augenmerk der Nachrüsthersteller auf Fahrzeugen liegt, für die es Herstellerzuschüsse gibt, hat die Innung dem Land vorgeschlagen, es solle einen eigenen Nachrüstzuschuss zahlen.

Die Delegierten verabschiedeten den Haushaltsplan 2020 einstimmig. Der Innungsgrundbeitrag bleibt unverändert. Torsten Treiber wies bei der virtuellen Versammlung auch darauf hin, wie wichtig es für die Werkstätten ist, sich in das QM-System einzubinden. Die Corona-Kreise habe gezeigt, welche wirtschaftliche Bedeutung, die Werkstatt habe. Wer hoheitliche Aufgaben wie die Abgasuntersuchung (AU/AUK), Sicherheitsprüfung (SP) oder die Gasanlagenprüfung (GAP) zukünftig durchführen möchte, muss sich noch in 2020 gemäß ISO-Norm 17020 akkreditieren lassen oder sich einem solchen akkreditierten System anschließen. „Insgesamt sind in unserem Innungsbezirk ca. 900 anerkannte Kfz-Werkstätten sowie knapp 1.400 verantwortliche Personen in unser neues QM-System einzubinden, sagt Christian Reher


 
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