Regierungspräsidium: Auch Brummis sollen Beleuchtung checken lassen

27.09.2018
Stuttgarter Modell: Reifenwechsel und Lichttest bei Pkw und Nutzfahrzeugen kombinieren, spart Zeit

Im Bild von links: Christian Reher, Regierungsvizepräsidentin Sigrun von Strauch, Obermeister Torsten Treiber und Thomas Emmert, Regionalleiter Baden-Württemberg, TÜV SÜD.

1,9 Millionen Pkw, 90.000 Lkw, eine Frage: Sind die bei diesigem Wetter, Dämmerung, Nacht und Nebel alle zu sehen? „Wenn Rücklichter kaputt sind, nicht“, sagt Torsten Treiber, Obermeister der Kraftfahrzeuginnung Region Stuttgart, und sieht da die größere Gefahr. Beim Licht-Test, der am Montag bundesweit wieder anläuft, wird aber ein (kostenloser) Blick auf die gesamte Beleuchtung geworfen, denn es drohen nicht nur Auffahrunfälle bei fehlender rückwärtiger Beleuchtung, „den Gegenverkehr zu blenden, gilt es natürlich ebenfalls zu vermeiden“, sind sich Regierungsvizepräsidentin Sigrun von Strauch und Thomas Emmert, Regionalleiter beim TÜV SÜD einig. Regierungspräsidium Stuttgart, TÜV Süd und Stadt Stuttgart beteiligen sich am Stuttgarter Modell der Verkehrssicherheitsaktion: In der Region Stuttgart heißt die gemeinsame Aktion: „Licht ok? - Winterreifen montiert?“ Denn „es kommt nicht nur darauf an, bei Regen oder Schneetreiben zu erkennen, dass der Vordermann hält, es ist auch hilfreich, wenn Reifen auf dem Auto sind, die für den kürzestmöglichen Bremsweg sorgen“, sagt Innungsgeschäftsführer Christian Reher: Und das sind bei Temperaturen um die null Grad nun mal Winterreifen.

Für Sigrun von Strauch, seit April Regierungsvizepräsidentin, ist es eine Premiere, ihre Behörde ist schon mehrere Jahre bei der Aktion dabei: Die Idee Licht-Test und Reifenwechsel zu kombinieren, findet sie „naheliegend und auch schwäbisch-effizient“. Denn an einem Termin zwei Sicherheitsfragen kombiniert zu lösen, „spart in jedem Fall Zeit“. Ein Aspekt erscheint ihr dabei besonders wichtig: „Mir fallen immer wieder Lastfahrzeuge auf, die blenden“. Das trifft in der Tat nach den Ergebnissen von 2017 für jedes zehnte Nutzfahrzeug zu.

„Pkw und Nutzfahrzeuge gehören beide zur Zielgruppe des Licht-Tests“, definiert Obermeister Torsten Treiber die Zielgruppe. Wobei die Pkw nach den Daten, die Thomas Emmert als Regionalleiter Baden-Württemberg des TÜV SÜD hat, deutlich schlechter beleuchtet sind: Rund ein Drittel der Pkw hat beim Licht-Test Mängel, rund ein Drittel hat bei der Hauptuntersuchung einen „Gefährlichen Mangel“ als der inzwischen mangelhafte Beleuchtung eingestuft wird, berichtet der TÜV-Mann.  

Das muss nicht sein: über 700 Innungsbetriebe in der Region Stuttgart stehen bis 31.Oktober bereit, um einen Blick auf die Beleuchtung zu werfen und die Winterräder zu montieren, bevor außer den aktuellen Oktober-Frühfrösten Regen, Matsch und Schnee auftreten. „Wer früher wechselt, kommt schneller dran“, sagt Christian Reher dazu: Und rund zwei Millionen Pkw und Nfz haben nunmal acht Millionen Räder, „die lassen sich nicht in einem Tag wechseln, wenn’s nachts geschneit hat.“  

Deswegen werden in Stuttgart am kommenden Sonntag Spannbänder aufgehängt, die bis 31.Okober für das Stuttgarter Modell der Verkehrssicherheit werben. Neun Standorte hat die Stadt Stuttgart dafür als Beitrag zur Aktion kostenlos zu Verfügung gestellt. Standorte, die nicht nur von Stuttgartern sondern wie beispielsweise das Neckartor auch von jeder Menge Pendlerfahrzeuge passiert werden. Eine „wichtige Erinnerung auch für die, die die modernsten Autos fahren“, sagt Obermeister Torsten Treiber: „Heutzutage kommen die modernsten Autos ja nicht einmal jährlich zur Inspektion und die Lichtanlagen an Autos werden immer besser. Das ändert aber nichts daran, dass doch einmal was kaputtgehen kann.“  

Die Innung beleuchtet dabei auch den Aufwand, der für ihre Mitglieder mit der kostenlosen Aktion verbunden ist. Torsten Treiber: „Der Arbeitsaufwand, den unsere Betriebe leisten, hat sich durch immer modernere und anspruchsvolle Lichtanlagen spürbar erhöht. Der Check, ob alle Lichter leuchten und Hell-Dunkel-Kontrast, Einstellhöhe und Leuchtweitenregulierung, Lampen-, Reflektor- und Streuscheibenzustand ok sind und der Zustand der Scheinwerferreinigungsanlage nichts zu wünschen übrig lässt, kostet in der Werkstatt schon etliche Minuten Arbeitszeit und wenn 1.000 Autos kommen, summiert sich das zu Arbeitsstunden und -tagen. Aber die Verkehrssicherheit ist uns das wert.“


 
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