Reifenwechsel mit Lichttest kombinieren, spart Zeit und bringt Sicherheit

24.09.2019
Kraftfahrzeuginnung: Auch Brummis sollen Beleuchtung checken lassen

Im Bild von links: Frank Benz, TÜV SÜD, Christian Reher, Geschäftsführer der Kfz-Innung Region Stuttgart, Bürgermeister Dr. Martin Schairer, Stadt Stuttgart, Obermeister Torsten Treiber und

Wer Dr. Martin Schairer, den Stuttgarter Ordnungsbürgermeister fragt, wie wichtig gutes Licht am Auto ist, der bekommt eine klare Antwort: „Ich bin dafür, dass Pkw, Motorräder und Lkw nur mit Licht unterwegs sind, und zwar das ganze Jahr über und rund um die Uhr.“ Und auch immer mit Abblendlicht, „das Tagfahrlicht allein ist zu wenig.“ Funktioniert natürlich nur, wenn auch die ganze Beleuchtung funktioniert und da der Oktober vor der Tür steht, steht auch wieder der bundesweite Licht-Test ins Haus. In Stuttgart gibt’s dafür ein Stuttgarter Modell: Hier raten Regierungspräsidium, Stadt Stuttgart, TÜV Süd und die Kraftfahrzeuginnung Region Stuttgart dazu, den Lichttest und den Wechsel auf Winterreifen zu kombinieren. Neben Dr. Martin Schairer stellten Abteilungspräsident Stefan Heß vom Regierungspräsidium Stuttgart, Frank Benz vom TÜV SÜD, Obermeister Torsten Treiber und Christian Reher, Geschäftsführer der  Kfz-Innung Region Stuttgart, jetzt den neuen Banner vor, der im Oktober an den Stuttgarter Ein- und Ausfallstraßen alle Autofahrenden daran erinnert, dass es Zeit ist, das Fahrzeug wintersicher zu machen.

Wann der Winter kommt, kann keiner voraussagen, dass er kommt, ist aber auch keine Frage. Letztes Jahr war es am Sonntag, 16. Dezember. Die Meldung aus den Stuttgarter Zeitungen: „Weiße Pracht, soweit das Auge reicht: In der Nacht auf Sonntag hat der Winter endgültig Einzug in die Landeshauptstadt gehalten. Doch der Schnee sorgte nicht nur für strahlende Kinderaugen – viele Autofahrer gerieten auf den glatten Straßen ins Schleudern. Im Stadtgebiet hat es laut Polizei insgesamt sechs Mal gekracht.“

Wäre es nicht Sonntag gewesen, hätten es mehr Unfälle sein können, schätzt Abteilungspräsident Stefan Heß vom Regierungspräsidium Stuttgart: „Unsere Leute in den Straßenmeistereien tun alles, um für sichere Straßen zu sorgen. Dennoch sind Winterreifen auf den Autos so unverzichtbar wie eine sichere Beleuchtung.“

Um beides, da ist er sich mit Frank Benz vom TÜV Süd einig, sollten sich alle jetzt kümmern. Frank Benz kann zwar nicht sagen, wie viel Autofahrende auf winterlichen Straßen ohne Winterreifen Kopf und Kragen riskieren, über die Zahl der Autos mit defekter Beleuchtung gibt’s dagegen schon Zahlen: „Ein gutes Drittel fällt bei der HU beim TÜV regelmäßig auf.“ Das gilt als „erheblicher Mangel“.

Ein gutes Drittel, das wären bei fast 1,7 Millionen Pkw in der Region über 500.000, die im Moment schlecht beleuchtet daherkommen. Gefährlich ist das allemal: Wer mangels Licht nichts sieht, andere blendet oder mangels Rücklicht nicht gesehen wird, gefährdet nicht nur andere, sondern auch sich selbst. „Eigentlich Grundwissen Führerscheinprüfung“, sagt Obermeister Torsten Treiber, „trotzdem jedes Jahr ein Thema.“

Für alle, die sicher fahren wollen, gibt’s deshalb den Licht-Test und die gemeinsame Banneraktion in der Region von Regierungspräsidium, Stadt Stuttgart, TÜV Süd und die Kraftfahrzeuginnung Region Stuttgart als Werbung für mehr Verkehrssicherheit: über 700 Innungsbetriebe in der Region Stuttgart stehen bis 31.Oktober bereit, um einen Blick auf die Beleuchtung zu werfen und die Winterräder zu montieren, bevor außer den aktuellen Oktober-Frühfrösten Regen, Matsch und irgendwann Schnee auftreten. „Wer früher wechselt, kommt schneller dran“, sagt Christian Reher dazu: Und allein die 1,7 Millionen Pkw haben 6,8 Millionen Räder, „die lassen sich nicht in einem Tag wechseln, wenn’s nachts geschneit hat.“

Der Blick auf die Beleuchtung ist dabei kostenlos. Das läppert sich, sagt Torsten Treiber, auch wenn die einfache Sichtprüfung in der Werkstatt nur Minuten dauert. „Wenn 1.000 Autos kommen, summiert sich das zu Arbeitsstunden und -tagen. Aber die Verkehrssicherheit ist uns das wert.“ Wenn es Reparatur- und Arbeitsaufwand gibt, wird der je nach Größenordnung in Rechnung gestellt. Licht-Test ist übrigens auch ein Thema für junge Gebrauchte: „Die Lichtanlagen an Autos werden immer besser. Das ändert aber nichts daran, dass doch einmal was kaputtgehen kann“, sagt Obermeister Torsten Treiber.

Bürgermeister Dr. Martin Schairer, der für Rundumbeleuchtung der Autos bei Tag und Nacht plädiert, bringt’s so auf den Punkt: „Wir haben in Stuttgart gut beleuchtete Straßen, aber alle, die mit dem Auto unterwegs sind, müssen sich bewusst sein, dass sie je nach Autofarbe, Tageszeit und Wetterlage mehr oder weniger sichtbar sind. Und da kann eine weithin sichtbare Beleuchtung den Unterschied zwischen Unfall und sicherer Heimfahrt ausmachen.

Die Idee Licht-Test und Reifenwechsel zu kombinieren, findet er wie auch Stefan Heß „naheliegend und typisch schwäbisch effizient“. Denn an einem Termin zwei Sicherheitsfragen kombiniert zu lösen, „spart Zeit und Aufwand“. Das sei sicher auch ein Argument für Firmen, die Nutzfahrzeuge und Brummis laufen haben: „Brummis und Sprinter sollten den Licht-Test ebenfalls nutzen.“ Denn auch die Profis lassen’s schon mal schleifen: „Jedes zehnte Nutzfahrzeug“, sagt Franz Benz, „fällt bei der HU auf.“


 
Home » Nachrichten » Reifenwechsel mit Lichttest kombinieren, spart Zeit und bringt Sicherheit
Durch das Anklicken des Buttons "Ich stimme zu" erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies und der Datenverarbeitung durch die Webanalyse Piwik einverstanden. Detaillierte Informationen erhalten Sie unter Datenschutz.
Ich stimme zu