Reifenwechsel mit Lichttest kombinieren, spart Zeit und bringt Sicherheit

29.09.2020
Kraftfahrzeuginnung: Lkw sollen Beleuchtung ebenfalls checken lassen

Im Bild von links: Marcus Zipperle, TÜV SÜD, Bürgermeister Dr. Martin Schairer, Stadt Stuttgart, Sigrun von Strauch, Vize-Regierungspräsidentin und Christian Reher, Geschäftsführer der Kfz-Innung Region Stuttgart. Bild: Kfz-Innung

Silbergrau, Schwarz, und Weiß sind die beliebtesten Farben bei den Autofahrenden, meldet das Kraftfahrt-Bundesamt. „In der Dämmerung und bei Dunkelheit ist es am gefährlichsten, wenn das Auto schlecht beleuchtet ist“, sagt Regierungsvizepräsidentin Sigrun von Strauch. Daher macht sich das Regierungspräsidium Stuttgart gemeinsam mit der Landeshauptstadt Stuttgart, dem TÜV Süd und der Kraftfahrzeuginnung Region Stuttgart für den Licht-Test stark – allerdings in Form des Stuttgarter Modells: Sie raten dazu, vom 1. Oktober an den Lichttest mit dem fälligen Wechsel auf die Winterreifen zu kombinieren. Dafür wirbt an den Stuttgarter Pendlerstrecken ein gemeinsames Banner der vier Partner, das sie jetzt zusammen präsentierten. „Gutes Licht ist wichtig, sagt Dr. Martin Schairer, der Stuttgarter Ordnungsbürgermeister. „Aber das Auto muss auch zum Stehen kommen, wenn beim Vordermann die Bremslichter aufleuchten“, sind sich Christian Reher, der Geschäftsführer der Kfz-Innung und Marcus Zipperle vom TÜV Süd einig.  

Zwei Fakten, die im Herbst besonders bedeutsam sind: „Allein ein gutes Drittel aller Pkw ist silbergrau“, zitiert Christin Reher das Kraftfahrt-Bundesamt. „Rund jeder dritte Pkw fällt bei der HU beim TÜV regelmäßig mit defekter Beleuchtung auf. Das gilt als gefährlicher Mangel“, sagt Marcus Zipperle, vom TÜV Süd: „Lkw sind nur etwas besser, da ist es jeder Fünfte.“ Himmel grau, Straße grau, Dämmerung grau, Nieselregen grau, Beleuchtung nicht komplett. Bei solchen Wetterlagen entstehen aus dieser Mischung Tarnkappen-Pkw oder -Lkw. Die sind eine Gefahr für den Fahrenden und alle anderen.  

Aber merke: Bei gutem Wetter ist die Gefahr nur ein wenig geringer. Dr. Martin Schairer, Stuttgarter Ordnungsbürgermeister und für Verkehrssicherheit zuständig, sagt deshalb: „Ich bin dafür, dass Pkw, Motorräder und Lkw nur mit Licht unterwegs sind, und zwar das ganze Jahr über und rund um die Uhr.“  

Im Winter braucht es ohnehin mehr als Licht. Da braucht es auch noch Winterreifen, da sind sich alle einig. Die helfen nicht nur bei Schnee, sondern generell, wenn die Straße kühler ist als sieben Grad. „Unsere engagierten Kollegen in den Straßenmeistereien tun alles, um für sichere Straßen zu sorgen“, sagt Regierungsvizepräsidentin Sigrun von Strauch, „aber Winterreifen auf den Autos sind so unverzichtbar wie eine sichere Beleuchtung.“ Sigrun von Strauch appelliert auch an die Verantwortung für verkehrssicheres Verhalten an die Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer: „Bitte treffen Sie Vorsorge für die kalte und dunkle Jahreszeit und passen Sie Ihr Fahrverhalten an die Lage an.“  

Wer den Ratschlägen folgen will, findet über 900 Innungsbetriebe in der Region Stuttgart, die bis 31.Oktober bereitstehen, um einen Blick auf die Beleuchtung zu werfen und die Winterräder zu montieren, bevor außer den aktuellen Oktober-Frühfrösten Regen, Matsch und irgendwann Schnee auftreten. „Wer früher wechselt, kommt schneller dran“, sagt Christian Reher dazu: Und allein die 1,7 Millionen Pkw in der Region haben 6,8 Millionen Räder, „die lassen sich nicht in einem Tag wechseln, wenn’s nachts geschneit hat.“  

Der Blick auf die Beleuchtung in der Werkstatt ist dabei kostenlos. Das läppert sich, sagt Obermeister Torsten Treiber, auch wenn die einfache Sichtprüfung in der Werkstatt nur Minuten dauert. „Wenn 1.000 Autos kommen, summiert sich das zu Arbeitsstunden und -tagen. Aber die Verkehrssicherheit ist uns das wert.“ Wenn es Reparatur- und Arbeitsaufwand gibt, wird der je nach Größenordnung in Rechnung gestellt. Licht-Test ist übrigens auch ein Thema für junge Gebrauchte: „Die Lichtanlagen an Autos werden immer besser. Das ändert aber nichts daran, dass doch einmal was kaputtgehen kann“.  

Bürgermeister Dr. Martin Schairer bringt’s so auf den Punkt: „Wir haben in Stuttgart gut beleuchtete Straßen, aber alle, die mit dem Auto unterwegs sind, müssen sich bewusst sein, dass sie je nach Autofarbe, Tageszeit und Wetterlage mehr oder weniger sichtbar sind. Und da kann eine weithin sichtbare Beleuchtung den Unterschied zwischen Unfall und sicherer Heimfahrt ausmachen.“ Die Idee Licht-Test und Reifenwechsel zu kombinieren, finden alle „naheliegend und typisch schwäbisch effizient“. Denn an einem Termin zwei Sicherheitsfragen kombiniert zu lösen, „spart Zeit und Aufwand“, sagt Christian Reher.

Guter Rat: Im Oktober Reifenwechsel und Licht-Test kombinieren. Dafür ziehen Kfz-Innung, Regierungspräsidium Stuttgart, Stadt Stuttgart und TÜV Süd gerne an einem Strang: Vom 1.Oktober an werben Banner in der Region Stuttgart dafür, den Reifenwechsel auch für den Licht-Test zu nutzen. Der Check im lnnungsbetrieb ist kostenlos, nur Ersatzteile und Einbau müssten bezahlt werden, wenn die Beleuchtung Defekte zeigt.


 
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