Stuttgarter Stopp der Autozulassungen ist für Autohäuser eine Hiobsbotschaft

14.07.2020
Kraftfahrzeuginnung: Zulassungsstopp umgehend aufheben

  „Eine absolute Hiobsbotschaft“ sind für die Kraftfahrzeuginnung Region Stuttgart die Meldungen, die sie von Stuttgarter Mitgliedsbetrieben erhalten hat, sagt Obermeister Torsten Treiber: „die Betriebe haben die Auskunft erhalten, dass diese Woche keine Autos mehr zugelassen werden können.“ Die Auskunft kam über den Zulassungsdienst Kroschke, dessen sich die Betriebe bedienen. „Wirtschaftlich ist das ein Desaster“, sagt Christian Reher, der Innungsgeschäftsführer: „Das gefährdet die Liquidität extrem, nur für ausgelieferte Fahrzeuge können Rechnungen geschrieben werden. Nur 100 nicht zugelassene Pkw, summieren sich da schnell auf 2,7 Millionen Euro, die nicht in der Kasse sind. Klar, die kommen dann später doch, aber ihre eigenen Rechnungen müssen die Betriebe jetzt zahlen – und wenn die Liquidität, sprich Zahlungsfähigkeit, nicht mehr da ist, wird es existenzbedrohend.“ Kritisch sieht die Innung auch die Abläufe in Ludwigsburg: „Hier liegt die Bearbeitungszeit bei bis zur vier Tagen. Das ist kein Stopp, aber auch ein Problem“, sagt Torsten Treiber. Die Innung fordert rasche Abhilfe, beispielsweise durch die Verlagerung von Zulassungsvorgängen auf „funktionierende Zulassungsstellen. Die gibt’s ja in der Region auch.“

Die Stuttgarter Zulassungsstelle ist seit Monaten das Sorgenkind des Kraftfahrzeuggewerbes in der Region. Immer wieder ist es in zu Zulassungsstaus gekommen. Jetzt droht der nächste. Die „Hiobsbotschaft am Montagmorgen“ (Treiber) kam vom Zulassungsdienst Kroschke, dessen sich die Autohäuser bedienen. „Das ist eigentlich eine Maßnahme, die der Zulassungsstelle Entlastung bringen soll, weil die Zulassungen gebündelt vorgelegt werden und abgearbeitet werden können“, sagt Torsten Treiber.

Funktioniert in Stuttgart aber nicht wie erhofft: Christian Reher: “Heute morgen wurde unseren Mitgliedsbetrieben gemeldet, dass der Dienst einen Abgabestopp bei der Zulassungsstelle in Stuttgart bekommen hat.“ Begründung laut Kroschke-Mitteilung: „Es liegen im Moment zu viele Zulassungen im Amt, die abgearbeitet werden müssen. Alle Zulassungen, die bis einschließlich heute Morgen bei uns eingegangen sind, wurden im Amt eingereicht. Weitere neuen Vorgänge werden diese Woche nicht mehr angenommen. Erst nächste Woche können neue Vorgänge eingereicht werden.“

„Dass eine Zulassungsstelle einen Zulassungsstopp verhängt, ist wohl ein einmaliger Vorgang“, sagt Christian Reher und fordert zusammen mit Torsten Treiber, „dass dieser Stopp umgehend wieder aufgehoben wird. Es kann doch nicht sein, dass die Stadtverwaltung das erhoffte Anziehen der Konjunktur blockiert und die Existenz unserer Betriebe und der Arbeitsplätze gefährdet.“

Es sei eine schnelle Lösung gefragt, „entweder wird die Stuttgarter Zulassungsstelle unverzüglich mit zusätzlichem Personal ausgestattet oder die Stadt organisiert Interimslösungen“. Gedacht wird seitens der Innung an eine Kooperation mit den Zulassungsstellen in den Landratsämtern von Waiblingen, Böblingen und Esslingen, die einen Teil der Zulassungen übernehmen könnten: „Die haben ihre Abläufe soweit wir sehen vorbildlich im Griff.“

Ludwigsburg hingegen fällt als Alternative aus: „Diese Zulassungsstelle ist im Moment leider nur einen Hauch besser als Stuttgart. Hier können zwar täglich Zulassungsfälle abgegeben werden, aber die Bearbeitung dauert zwei bis vier Werktage und die Kfz-Betriebe klagen darüber, dass die Kommunikation zu den Abholterminen der Papiere und Schilder nicht klappt“, fasst Christian Reher zusammen: „Kunde steht im Autohaus, freut sich auf sein neues Auto und muss dann gefrustet wieder nach Hause geschickt werden, weil das Landratsamt das Auto nicht zugelassen hat, ist nicht die Servicequalität und Kundenfreundlichkeit, die wir uns vorstellen.“


 
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