Treiber: „Wer heute ein E-Auto bestellt, kann nicht unbedingt mit Lieferung bis Weihnachten rechnen“

10.07.2020
Kraftfahrzeuginnung: E-Auto-Förderung muss optimiert werden

Zwei Drittel der Autohäuser in der Region stellen eine steigende Nachfrage nach E-Autos fest. „Das hört sich im ersten Moment gut an, aber es zwei Haken. Interesse ist nicht gleich Kauf und Kauf ist nicht gleich Auslieferung“, sagt Obermeister Torsten Treiber von der Kraftfahrzeuginnung Region Stuttgart. Im Klartext: Wer jetzt ein E-Auto kauft, kann nicht immer sicher sein, dass es an Weihnachten oder spätestens Silvester vor der Tür steht. Und das wäre eine schöne Bescherung, weil am 31. Dezember die Mehrwertsteuersenkung ausläuft. „Und je später die Bestellung erfolgt, desto kritischer wird auch das für den 31.12.2021 angesetzte Auslaufen der verstärkten E-Auto-Förderung“, ergänzt Innungsgeschäftsführer Christian Reher. „Wenn die Politik einen Rat von uns annimmt, sollte sie beide Fristen mindestens um ein Jahr verlängern. Sonst dürfte das Thema nächstes Jahr ein Wahlkampfschlager werden.“

„Momentan gibt es Autohäuser, die sofort liefern können und solche, bei denen der Liefertermin hinter dem 31. Dezember 2020 und sogar nach den 31. Dezember 2021 liegt“, hat Obermeister Torsten Treiber bei der virtuellen Delegiertenversammlung der Innung gesagt. Inzwischen wurde das Problem per Umfrage unter den Betrieben eingekreist und bestätigt: „Danach gehört ein Viertel der Befragten zu den Häusern, die E-Autos sogar ab Hof anbieten können“, fasst Christian Reher das Ergebnis zusammen. „Die Hälfte rechnet derzeit aber mit Lieferzeiten von sechs Monaten und mehr.“

Das ist kritisch: „In etwas über fünf Monaten läuft die Mehrwertsteuersenkung aus“, sagt Torsten Treiber.  Außerdem wird’s dann nichts mit dem Konjunktur-Wumms, der die Verkaufsbilanzen 2020 der Betriebe aus dem Corona-Tal holen soll. Die Kraftfahrzeuginnung sieht deswegen die Hersteller gefordert mit ihrer Produktion dafür zu sorgen, dass unsere Häuser für den erwarteten Ansturm gewappnet sind.“

„Und die Politik sollte die Fristen überdenken, die sie gesetzt hat, wohl ohne zu wissen, wie es in Produktion und Verkauf tatsächlich läuft“, sagt Christian Reher. Die Zulassungszahlen beim den E-Autos seien derzeit nur bedingt aussagefähig, „weil wer keine Autos hat, kann auch keine verkaufen und zulassen.“ Die Bestandszahlen „spiegeln auch nur die Vergangenheit wider, zeigen aber deutlich, welche Riesenlücken zwischen Wunsch und Wirklichkeit klaffen“ sagt Torsten Treiber. „In Stuttgart sind aktuell 3.278 E-Pkw und 3.240 Plugin-Pkw gemeldet. verglichen mit dem Vorjahr ist das ein Zuwachs von über 50 Prozent, aber wir haben in Stuttgart über 301.000 Pkw und in der Region 1,6 Millionen Pkw. „Da müssen noch eine Menge Autos ausgewechselt werden.“


 
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