Unser 100. Verkehrssicherheitstag im Kindergarten am Weilerhau in Filderstadt

12.07.2019

Im Spiel mit Spaß lernen und üben, was im Verkehr das Leben retten kann

Zeigefinger oder Bobbycar? Wie lässt sich Kindern sicheres Verhalten im Verkehr beibringen? „Am besten spielerisch“, sagt Bernhard Schäufele, Sonderbeauftragter der Kraftfahrzeuginnung Region Stuttgart für das Projekt Verkehrssichere Kinder im Kindergarten am Weilerhau in Filderstadt. 55 Kindergartenkinder, alle in Warnwesten, geben ihm recht. Die fünf Bobbycars, die zum Verkehrssicherheitspaket gehören, das der Kindergarten an diesem Nachmittag bekommt, sind bei ihnen eindeutig der Renner. Andreas Koch, Erster Bürgermeister von Filderstadt, freut sich mit ihnen zusammen über den kleinen Verkehrsübungsplatz und gratuliert zusammen mit Stadtrat Richard Briem der Innung zu einem Jubiläum: Denn der Filderstädter Kindergarten ist der 100., der im Rahmen der Aktion eine solche Ausstattung erhält. Wobei Richard Briem eine Doppelrolle spielt: Aus seinem Autohaus stammen die fünf Bobbycars.  

„Im Kindergarten wird die Grundlage für das spätere Verhalten im Verkehr gelegt“. Der Satz ist ein paar Jahre alt. Aber so richtig wie am ersten Tag. Gesprochen wurde er im Juli 2010 auf dem Stuttgarter Schlossplatz, wo die Innung ihre Aktion vorstellte. Der damalige Oberbürgermeister Dr. Wolfgang Schuster lobte die Kindergärtnerinnen vom Salvatorkindergarten, der als erster eine solche Ausstattung bekam, für ihr Engagement.  

Denn der Trick bei der Sache ist, „dass die Erzieherinnen den Kindern das Wissen über das richtige Verhalten beibringen und wir dafür sorgen, dass sie dieses Wissen in einem geschützten Raum anwenden können“, sagt Bernhard Schäufele. Kurz: Übung macht den Meister. Wie das geht, zeigt der Blick aufs Gelände des Kindergartens am Weilerhau an diesem Nachmittag. Mit von der Partie sind Elli und Erich Klett von der Landesverkehrswacht als Partner der Aktion. Elli Klett steht an einem Wimmelbild. Auf dem wimmelt es von gefährlichen Situationen. Kinder und Erwachsene als Radler ohne Helm zu Beispiel. Die Kinder erkennen eine Situation nach der anderen. „Theoretisch sind die echt gut drauf“, hat Bernhard Schäufele schon vorher festgestellt und das Team um Viktoria Grötzinger für ihre Arbeit gelobt.  

Erich Klett sorgt per Bär und Ei für praktische Aha-Erlebnisse. 100 Eiern hat das inzwischen schon ein rasches Ende beschert. Im ersten Durchgang trägt das Ei einem Helm, wenn es aus Kinderhand zu Boden fällt. Im zweiten keinen. Den zweiten Durchgang als helmloser Radler hat noch kein Ei überstanden: „So könnte Euer Kopf aussehen.“ Oder der von Papa oder Mama, wenn die kein leuchtendes Beispiel sind, warnt Erich Klett.  

Bernd, der Bär, macht den Bürgermeister neugierig. „Ich bin gespannt, für was der da ist“, sagt Andreas Koch. Bernd fliegt. Bernd knallt auf den Kopf. Er zeigt, was passiert, wenn ein Kind nicht richtig angeschnallt ist. Für den Salto mortale reicht schon ein abrupter Stopp mit sieben Stundenkilometern auf dem Gurtschlitten: „Es isch ned gut, wenn mr gega d‘Scheibe fliegt“, heißt die Erkenntnis aus Kindermund.  

Und die Bobbycars? Auf denen und mit denen lernen die Kinder Verkehrszeichen und vor allem das richtige Verhalten am Zebrastreifen – als Fußgänger, wenn sie sich drüber klarwerden müssen, ob Autofahrer oder -fahrerin anhalten, wenn das ein Kind den Arm raushält. „Gut, dass wir gewartet haben“, sagt eine Erzieherin, als mal wieder einer auf dem Bobbycar durchfährt. Auf dem kleinen Verkehrsübungsplatz, der mit der Ausstattung blitzschnell aufgebaut werden kann, geht’s dabei besonders diffizil zu: Eine Fahrbahn mit Zebrastreifen (Autos müssten warten), eine Fahrbahn ohne, die Kindergruppe muss besonders vorsichtig sein. „So lässt sich üben, ohne dass Fehler gleich zu bösen Verletzungen führen“, sagt Bernhard Schäufele.  

„Wir wollen vor allem eins, dass Euch nichts passiert“, hatten Andreas Koch („tolle Idee“) und Richard Briem den Sinn der Aktion auf den Punkt gebracht. Über 5.000 Kinder haben in den letzten zehn Jahren bei der Kindergartenaktion der Innung in ihren Kindergärten diesen Satz in der einen oder anderen Form gehört. Die ersten dürften jetzt ihren Führerschein machen: „Wir hoffen, dass alle gesund und munter durch ihr bisheriges Leben gekommen sind und würden uns freuen, wenn wir dazu etwas beigetragen haben“, sagen Erich Klett und Bernhard Schäufele. Die nächste Aktion ist schon geplant. Nach den Sommerferien ist der Mühlhalden-Kindergarten in Denkendorf an der Reihe.   


 
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