Vom Azubi zum Chef? 253 Frauen und Männer sind mit dem Auto auf dem Weg

02.03.2020
Kfz-Innung Region Stuttgart feiert auf der Retro Classics Lossprechung

244 Kfz-Mechatronikerinnen und -mechatroniker, sieben Automobilkaufleute und zwei Kaufleute für Büromanagement aus Stuttgart (31) und den Kreisen Böblingen (39), Esslingen (56), Ludwigsburg (73), Göppingen (6) und dem Rems-Murr-Kreis (47) plus einem Azubi aus Aalen haben auf der Oldtimermesse RetroClassics ihre Lossprechung gefeiert. Die Aussichten für die Branche sind gut, sagt Innungsgeschäftsführer Christian Reher: „Mit dem Auto ist jeder Ort jederzeit erreichbar, das macht es unersetzlich.“ Mit dem Ende der Ausbildung „haben Sie jetzt den ersten Schritt Karriere mit Lehre getan“, sagte Obermeister Torsten Treiber und vom „Azubi zum Chef“, wie die Kraftfahrzeuginnung Region Stuttgart diesen Weg beschreibt, dafür ist er selber ein Beispiel: „Für mich war das Wichtigste, dass ich mein eigener Chef werden konnte.“ Der Rat an alle, die im Kreis von Familie und Freunden für eine volle Halle sorgten: „Machen Sie weiter, machen Sie den Meister“. Für die fünf Prüfungsbesten aus Stuttgart und den Landkreisen und den besten Automobilkaufmann gab’s deshalb einen extra Schub für die Karriere: Diako Jaf (Autohaus Kloz, Fellbach), Mika Mädicke (Autohaus Temiz&Hocke, Leonberg), Lisa-Marie Holl (Autohaus Jesinger, Esslingen) Tanja Mareike Basel (Autohaus Jutz, Gerlingen), Alexandra Steck (BMW, Stuttgart) und Lukas Pobitzer (Autohaus Lorinser, Waiblingen) bekamen einen Bildungsgutschein der Innung über jeweils 500 Euro. Damit gab’s eine Premiere: Erstmals waren drei jungen Frauen unter den Prüfungsbesten bei den Kfz-Mechatronikern.

Lossprechungsfeier auf der RetroClassics? Der Ort ist von der Innung bewusst gewählt, sagt Christian Reher: „Nirgendwo lässt sich besser sehen, welche Bedeutung das Automobil in den letzten 134 Jahren in unserer Welt für die Mobilität gewonnen hat. Jedes Auto hier ist Teil einer Erfolgsgeschichte, die zum Teil schon den Großeltern und Eltern unserer jungen Leute die wirtschaftliche Zukunft gesichert hat.“ 12.000 Beschäftigte haben die Mitgliedsbetriebe der Kraftfahrzeuginnung Region Stuttgart.

Zusammen mit den über 250 Freizusprechenden waren rund 500 Eltern, Freunde, Freundinnen und Verwandte an diesem Abend mit von der Partie. „Freisprechungen gibt es im Handwerk seit über 400 Jahren“, sagt Obermeister Torsten Treiber, „aber solche Dimensionen, wie wir sie im Kraftfahrzeughandwerk erreichen, waren noch nie da.“ Das Auto als Rückgrat der Mobilität schafft Arbeitsplätze. Ganz speziell in der Region: „Wir haben fast 1,7 Millionen Pkw, 94.000 Lkw und 164.000 Motorräder, die brauchen alle Werkstätten und Wartung, sind zusammen mit dem Handel von Neu- und Gebrauchtfahrzeugen Basis für eine gesicherte Zukunft all derer die heute den ersten Schritt in der Karriere mit Lehre getan haben.“ Wobei inzwischen die neuesten Zahlen ja zeigten, dass der Berufsweg im Handwerk beim Lebenseinkommen mit dem von Akademikern mithalten kann: „Unsere Azubis fangen ja früher mit dem Geldverdienen an.“ Unter den 253, die jetzt von der Ausbildungsvergütung zum ersten echten Gehalt aufsteigen, sind 31 aus Stuttgarter Autohäusern und Kfz-Betrieben. Neben der Prüfungsbesten Alexandra Steck hat BMW Stuttgart mit Stefan Huschina noch einen Preisträger. Obermeister Torsten Treiber, der die jungen Leute nach alter Väter Sitte lossprach, riet allen, ihren Gesellenbrief als ersten Schritt in ihrer Karriere mit Lehre zu sehen: „Machen Sie den Meister“, wäre eine Variante, aber es gibt auch andere Möglichkeiten, den Weg mit dem Auto zu machen: Formel 1-Fahrer, Ingenieur, Werkstatt- oder Autohausinhaber sind nur Beispiele. Oldtimerspezialist geht auch (30 Junggesellen haben die Zusatzqualifikation für Old- und Youngtimer bestanden), was für RetroClassics-Veranstalter Karl-Ulrich Hermann ein wichtiger Grund zur Zusammenarbeit mit der Kraftfahrzeuginnung ist, denn mit den Oldtimern und ihrer Technik muss man sich auskennen. Mit Elektroautos und den kommenden autonomen Fahrzeugen auch. Mit der Fortentwicklung der Autos steigen die Anforderungen an die Kfz-Mechatroniker laufend und das ganze Leben lang: „Früher musste keiner Sensoren kalibrieren, dafür Doppelvergaser einstellen. Heute sind moderne Autos rollende Computer und mit Assistenzsystemen gespickt. Unsere Ausbildung ist deswegen auch eine Herausforderung für alle Auszubildenden“, sagt Obermeister Torsten Treiber und ist stolz darauf, dass der Nachwuchs nach wie vor in Richtung Auto strömt: „Unsere Betriebe haben seit September in der Region fast 600 neue Ausbildungsverträge geschlossen. Der Nachwuchs für die kommenden Lossprechungsfeiern ist also gesichert.“


 
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