Herbstforum 2025 der Innung des Kraftfahrzeuggewerbes Region Stuttgart
Über 250 Gäste diskutieren Zukunft des Kfz-Gewerbes – Politik und Branche fordern Bürokratieabbau, Planungssicherheit und Technologieoffenheit
Mehr als 250 Gäste aus Mitgliedsbetrieben, Organisationen des Handwerks sowie den beruflichen Schulen nahmen am diesjährigen Herbstforum der Innung des Kraftfahrzeuggewerbes Region Stuttgart teil. Die traditionsreiche Veranstaltung – seit über 40 Jahren ein fester Höhepunkt im regionalen Kfz-Gewerbe – fand in der Musikhalle Ludwigsburg statt und bot ein vielseitiges Programm zu politischen, wirtschaftlichen und technologischen Zukunftsfragen der Branche.
Christina Stumpp: „Strukturwandel darf nicht zum Niedergang führen“
Als VIP-Gast gab Christina Stumpp, Mitglied des Deutschen Bundestages und stellvertretende Generalsekretärin der CDU Deutschlands, prägnante Einblicke in die aktuellen Herausforderungen der Bundespolitik. Sie betonte, dass die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit Deutschlands „das Herz unseres Landes“ sei – als Arbeitgeber, Ausbilder, Innovator und Steuerzahler. Dieses Herz brauche jedoch Pflege, um Wachstum und Fortschritt zu sichern.
Mit Blick auf die Transformation der Automobilindustrie warnte Stumpp vor einem unkontrollierten Strukturwandel. Baden-Württemberg als Kernregion der deutschen Automobilwirtschaft stehe vor einer tiefgreifenden Phase des Umbruchs. Vergleiche zwischen Stuttgart und Detroit bezeichnete sie als überzogen und „Schwarzmalerei“: „Stuttgart wird kein zweites Detroit. Baden-Württemberg ist und bleibt das Land der Tüftler.“
Zur Diskussion um ein mögliches Verbrenner-Aus ab 2035 zeigte sie eine klare Haltung: Auch über dieses Datum hinaus werde es weltweit Millionen Fahrzeuge mit fossilen Antrieben geben, die Infrastruktur und Kraftstoffe benötigen. „Das Verbrenner-Aus war immer eine politische Entscheidung. Die CDU steht für eine technologieoffene Politik – der Markt soll entscheiden.“
Innung fordert spürbare Entlastungen: Weniger Bürokratie, mehr Tempo
Torsten Treiber, Obermeister der Innung, forderte in seinem Statement einen konsequenten und überprüfbaren Bürokratieabbau:
„Gesetze und Verordnungen müssen regelmäßig überprüft und abgeschafft werden, wenn sie nicht notwendig sind – und das unverzüglich.“ Die zunehmende Regulierung führe zu einer „unternehmensfeindlichen Umgebung“.
Frank Schnierle, stellvertretender Obermeister, hob hervor, dass viele Betriebe durch immer neue Pflichten stark belastet würden und dadurch weniger Zeit für ihr Kerngeschäft hätten. Zudem sei in einigen Kommunen eine wachsende „Autofeindlichkeit“ spürbar: „Wir müssen wieder ins Machen und Anpacken kommen.“
Christian Reher, Geschäftsführer der Innung, plädierte für schnellere Entscheidungen in Politik und Verwaltung: „Entscheidungen müssten schneller getroffen und Verfahren deutlich beschleunigt werden. Wir müssen ins Laufen kommen.“
Ein starkes Signal für die Region
Das Herbstforum 2025 machte deutlich, wie wichtig die enge Zusammenarbeit zwischen Politik, Handwerk und Wirtschaft ist. Bürokratieabbau, Planungssicherheit und Technologieoffenheit bilden aus Sicht der Branche die zentralen Voraussetzungen, damit das Kfz-Gewerbe im Südwesten weiterhin Motor für Wachstum und Innovation bleibt.
Abschlussstatement
„Das Herbstforum 2025 hat erneut gezeigt, wie wichtig der offene Dialog zwischen Politik und Handwerk ist. Unsere Betriebe wollen anpacken und weiter für Mobilität, Ausbildung und Innovation stehen – dafür brauchen wir aber verlässliche Rahmenbedingungen, Planungssicherheit und weniger Bürokratie. Wenn Politik und Wirtschaft gemeinsam Tempo aufnehmen, bleibt unsere Region ein starker Motor für Wachstum und Fortschritt.“